Bidspirit auction | Wilhelm Thöny: Herr und Diener


Wilhelm Thöny: Herr und Diener - Wilhelm Thöny Herr und Diener 1931-33 Öl auf Karton auf Homogenplatte; gerahmt 38 x 50 cm Galerie Welz, Salzburg (Etikett rückseitig); österreichische Privatsammlung Wilhelm Thöny. Porträt eines Einzelgängers, Ölbilder, Aquarelle und Zeichnungen, Ausstellungskatalog, Galerie Artcurial, München 1985, Abb. Nr. 7, Abb. Umschlag; Christa Steinle / Günther Holler-Schuster (Hg.), Wilhelm Thöny. Im Sog der Moderne, Ausstellungskatalog, Neue Galerie Graz, Universalmuseum Joanneum, Graz 2013, WV-Nr. 239 (mit Abb.) Diese Gesellschaftsszene dürfte in Graz entstanden sein. Thöny reiste 1931 erstmals nach Paris und ging 1933 von Graz weg, nach Paris. Die Grazer Bilder sind von einer düsteren, pastosen Malweise bestimmt, die noch lineare Elemente aufweist. Es sind nahezu modellierte Oberflächen, aus deren bewegter Struktur das Motiv erscheint – meist Stadtansichten, Landschaften oder Portraits. Im gezeigten Bild sind Linien kein Gestaltungselement mehr. Das Motiv taucht aus der Farbmasse auf bzw. verschwindet darin. Die Reduktion als Methode scheint der Künstler hier bereits begonnen zu haben. Thöny formuliert typischerweise sehr kursorisch, legt nur notwendige Partien fest und spielt mit Farbkontrasten. Das Rot der Livree des Dieners setzt den zentralen Bildakzent, während der elegante Mann im Frack in seinem Schwarzweiß dezent wirkt. Thöny war ein sentimentaler Vertreter einer ”Welt von gestern”. Etikette und formale Ordnung waren für den Gesellschaftslöwen selbstverständlich. In vielen Bildern stellt er Generäle, Admiräle und historische Persönlichkeiten dar – Frack, Zylinder, Uniformen, Orden als Attribute dieser ”alten Ordnung”. Der Theaterbegeisterte erkannte in dem Treiben die Inszenierung. Er wird dieser in Auflösung begriffenen Welt formal gerecht, wenn er die Darstellung zunehmend abstrahiert – selten kann man Physiognomien erkennen, fast immer ist es das Attribut, das Zugehörigkeit andeutet. Eine Nähe zum Grotesken ergibt sich aus Thönys Zeichnungen, die karikaturenhaft erscheinen. (Günther Holler-Schuster) Wilhelm Thöny Gentleman and servant 1931-33 oil on cardboard on press board; framed 38 x 50 cm Galerie Welz, Salzburg (label on the reverse); private collection, Austria Wilhelm Thöny. Porträt eines Einzelgängers, Ölbilder, Aquarelle und Zeichnungen, exhibition catalogue, Galerie Artcurial, Munich 1985, ill. no. 7, ill. cover; Christa Steinle / Günther Holler-Schuster (ed.), Wilhelm Thöny. Im Sog der Moderne, exhibition catalogue, Neue Galerie Graz, Universalmuseum Joanneum, Graz 2013, cat.-no. 239 (with ill.)