Bidspirit auction | Markus Prachensky: Umbria


Markus Prachensky: Umbria - Markus Prachensky Umbria 1986 Acryl auf Leinwand; gerahmt 130 x 120 cm Signiert und datiert rechts unten: Prachensky 86 Rückseitig signiert und datiert: Markus Prachensky 1986 Rückseitig am Keilrahmen bezeichnet und datiert: ”Umbria - 13 - 1986” H.M.Z. Privatstiftung als Eigentümerin der Sammlung Zoidl; Ressler Kunst Auktionen Wien; 10.05.2021, Nr. 67; österreichischer Privatbesitz ”Welches Format, welcher Bildinhalt angemessen ist, welche Proportionen für das Verhältnis der Farben zu wählen sind, welche Ansätze weitergeführt und welche verworfen werden müssen, in Hinsicht auf solche Fragen ist Erfahrung viel wert. Das Entscheidende an einem Bild aber muss immer wieder erkämpft werden, jedesmal neu.” (Markus Prachensky in: Markus Prachensky. Eine Retrospektive, Ausstellungskatalog, Österreichische Galerie Belvedere, Wien 2002, S. 29) Diese Herangehensweise erklärt auch die vielen unvermuteten Wandlungen, die das Werk Markus Prachenskys im Laufe der Jahrzehnte durchläuft. Immer wieder greift er neue Ansätze auf und treibt seinen gestischen Duktus, der ihn so unverwechselbar macht, zu neuen Bildfindungen. Wie für so viele Künstler früherer Generationen war die Begegnung mit Italien auch für Markus Prachensky Schlüsselerlebnis und wichtige Zäsur in seinem Schaffen. Das südliche Licht, die andersartigen Farben und Landschaftsformationen, die einzigartige Kultur und Lebensart und nicht zuletzt die Begegnung mit der geheimnisvollen etruskischen Kultur in den beeindruckenden Ausgrabungsstätten – das alles bündelt sich in den 1980er Jahre zu wichtigen Serien wie Etruria, Maremma und Umbria .Vor allem in letzterer 1986 entstandenen Serie geht der Künstler völlig neuartig an die Leinwand heran: in einer bislang unbekannten koloristischen Dichte brandet das ganze Spektrum an Farben auf die Leinwand und zum ersten Mal bedeckt er den Bildgrund zur Gänze, wodurch ein Eindruck der Ausschnitthaftigkeit entsteht, als ob sich die Formationen in alle Richtungen fortsetzen würden. Vertikale Farbbalken und dynamische Spritzer stoßen kraftvoll und dynamisch bewegt in das obere Bilddrittel vor. Hier schieben sich horizontal rot abgestufte, breite Pinselstriche über ein intensives Blau, dass an den oberen Rand gedrängt wird. Im linken oberen Eck bleibt noch ein wenig vom weißen Bildgrund frei. ”Es geht ums Lasieren, Überschneiden, Überdecken, ums Fließen und Spritzen der immer engen zusammenrückenden Farben. Dabei entsteht, neben der so einfach überzeugenden Form, eine ganze Welt voller Details mit einer eigenen Dynamik.” (Wolfgang Fleischer in: Markus Prachensky. Berlin 2000, Ausstellungskatalog, Willy-Brandt-Haus, Galerie Georg Nothelfer, Berlin 2000, S. 21) (Sophie Cieslar) Markus Prachensky Umbria 1986 acrylic on canvas; framed 130 x 120 cm signed and dated on the lower right: Prachensky 86 signed and dated on the reverse: Markus Prachensky 1986 inscribed and dated on the reverse on the stretcher: ”Umbria - 13 - 1986” H.M.Z. Private Foundation owner of the Zoidl Collection; Ressler Kunst Auktionen Vienna; 10 May 2021, no. 67; private property, Austria