Bidspirit auction | Josef von Führich: Herzog Borziwoy
Josef von Führich: Herzog Borziwoy hilft dem Einsiedler Iwan im Walde - Josef von Führich Herzog Borziwoy hilft dem Einsiedler Iwan im Walde 1816/18 Öl auf Leinwand; gerahmt 160,5 x 101 cm Bezeichnet und signiert rechts unten: Erfunden und gemalt vom Joseph Führich in Kratzau. Rückseitig Etikett: 2220 (Linz-Nr.) Sammlung Thun, Lieblitz/Böhmen (direkt vom Künstler erworben); bis 1937 Sammlung Gräfin Christiane Thun (1854-1937), Lieblitz/Tschechoslowakei; 1941 Ankauf von Graf Thun (bought from Graf Thun in 1941 for 200.000 Kc Czech), wohl für den ”Sonderauftrag Linz”; 1942 Einlieferung durch Kunsthandel Mayer-Stoeber, München, ”Sonderauftrag Linz” (Projekt ”Führermuseum”, Linz-Nr. 2220); 1945 Central Collecting Point der Alliierten, München (registriert 15.10.1945, Mü-Nr. 9198); 18.10.1947 Claim 353; 11.6.1948 Restitution ČSSR; Privatbesitz, Österreich (Ende der 1970er Jahre in Duisburg erstanden); seit 2019 Privatbesitz, Kärnten Prof. Rudolf Müller, Joseph von Führich. Das Vaterhaus, in: Mittheilungen des Vereins für Geschichte der Deutschen in Böhmen, 15. Jahrgang, 4. Heft 1876/77, S. 262-263; Heinrich von Wörndle, Josef Führich's Werke. Nebst dokumentarischen Beiträgen und Bibliographie, Wien 1914, S. 11, Nr. 57 Der in Nordböhmen geborene Joseph Führich entstammte einer Künstlerfamilie. Von seinem Vater Wenzel erhielt er seinen ersten Unterricht im Zeichnen und Malen. Heinrich von Wörndle zitiert aus Führichs Tagebuch, dass der junge Künstler 1819 erstmals zwei Gemälde auf einer Kunstausstellung in Prag präsentiert hat (Wörndle, S. 175). Bei den beiden Arbeiten handelte es sich um vorliegendes Gemälde und sein Gegenstück ”Der Tod Ottos von Wittelsbach anno 1209” (oder ”Der Tod des Pfalzgrafen Otto von Bayern”), welches sich heute im Besitz des Wiener Belvedere (Inv.-Nr. 8297) befindet. Die Gemälde fanden in der Ausstellung große Wertschätzung und wurden dort direkt von Graf Thun gekauft. In der Folge erhielt Führich ein Stipendium für die Akademie in Prag, dies wurde durch die Unterstützung von Graf Christian Christoph Clam-Gallas, dem Besitzer der Herrschaft Kratzau, ermöglich. Prof. Rudolf Müller schreibt 1876/77 in der Zeitschrift ”Mittheilungen des Vereins für Geschichte der Deutschen in Böhmen”, dass Führich vom Akademiedirektor Joseph Bergler eingeladen wurde für die Kunstausstellung 1817 etwas zu malen. ”Die also sorgsam für Prag gemalten Bilder waren fertig und noch vor Weihnachten dahin abgesendet worden, die Nachreise von Vater und Sohn erfolgte Anfang Jänner 1817...” (Müller, S. 263) Somit sind in der frühen Literatur über Führich zwei unterschiedliche Datierungen der Prager Ausstellung zu finden. Möglicherweise sind die beiden Gemälde bereits 1816 entstanden, auf jeden Fall aber noch vor seinem Studium an der Akademie in Prag. Es handelt sich zweifellos um überaus qualitätvolle Frühwerke Führichs, der mit seinem Können bereits in jungen Jahren großes Aufsehen erregte. Josef von Führich Duke Borziwoy helps hermit Iwan in the forest 1816/18 oil on canvas; framed 160,5 x 101 cm inscribed and signed on the lower right: Erfunden and gemalt vom Joseph Führich in Kratzau. label on the reverse: 2220 (Linz-no.) collection Thun, Lieblitz/Bohemia (acquired directly from the artist); to 1937 collection Gräfin Christiane Thun (1854-1937), Lieblitz/Czechoslovakia; 1941 Ankauf von Graf Thun (bought from Graf Thun in 1941 for 200.000 Kc Czech), probably for the ”Sonderauftrag Linz”; 1942 consignment by art trade Mayer-Stoeber, Munich, ”Sonderauftrag Linz” (Projekt ”Führermuseum”, Linz-no. 2220); 1945 Central Collecting Point the Alliierten, Munich (registered 15.10.1945, Mü-no. 9198); 18.10.1947 Claim 353; 11.6.1948 Restitution ČSSR; private property, Austria (acquired in the late 1970s in Duisburg); since 2019 private property, Carinthia Prof. Rudolf Müller, Joseph von Führich. Das Vaterhaus, in: Mittheilungen des Vereins für Geschichte the Deutschen in Böhmen, 15. Jahrgang, 4. Heft 1876/77, p. 262-263; Heinrich von Wörndle, Josef Führich's Werke. Nebst dokumentarischen Beiträgen und Bibliographie, Vienna 1914, p. 11, no. 57 Joseph Führich, born in Northern Bohemia, came from an artistic family. He received his first lessons in drawing and painting from his father, Wenzel. Heinrich von Wörndle cites from Führich’s diary that the young artist exhibited two paintings for the first time at an art exhibition in Prague in 1819 (Wörndle, p. 175). The two works in question were the present painting and its counterpart ”Der Tod Ottos von Wittelsbach anno 1209” (The Death of Otto of Wittelsbach in the Year 1209), which is now held in the collection of the Belvedere in Vienna (inv. no. 8297). The paintings were highly praised at the exhibition and were purchased on the spot by Count Thun. As a result, Führich received a scholarship to attend the Academy in Prague, made possible through the support of Count Christian Christoph Clam-Gallas, the owner of the Kratzau estate.