Bidspirit auction | Jakub Schikaneder : ”Mutterglück”


Jakub Schikaneder : ”Mutterglück” - Jakub Schikaneder ”Mutterglück” um 1885 Öl auf Leinwand; gerahmt 64 x 84,5 cm Rückseitig auf Etikett handschriftlich bezeichnet: Mutterglück v. Schikaneder / mit florentiner Rahmen 150 f. seit Ende des 19. Jahrhunderts in österreichischem Familienbesitz, laut Überlieferung direkt bei Jacub Schikaneder in Auftrag gegeben; im Erbgang an den derzeitigen Besitzer (Privatbesitz, Wien) Jakub Schikaneder wurde in Prag geboren und stammte aus einfachen Verhältnissen. Sein Vater war ein aus Wien gebürtiger Zollbeamter, die Mutter tschechischer Herkunft. Dass ihm ein Studium ermöglicht wurde, lag wohl auch daran, dass er in einer kunstsinnigen Familie aufwuchs, die einige Sänger und Schauspieler hervorgebracht hat. Der berühmteste unter ihnen war wohl Jakubs Urgroßonkel Emanuel Schikaneder (1751-1812), ein in Wien bekannter Sänger, Schauspieler, Komponist, Dichter und Theaterdirektor, der das Libretto zu Mozarts Zauberflöte schrieb. Auch Jakub war schauspielerisch und musikalisch begabt, zog es aber vor, sich der Malerei zu widmen. Von 1871 bis 1879 studierte er vorerst an der Prager Akademie, danach wechselte er nach München, wo er an der Akademie bei Gabriel von Max, der wie er in Prag geborenen wurde, seine Studien fortsetzte. Nach dem Studium folgte ein Aufenthalt in Paris, wo er mit seinem Studienfreund Emanuel Krescenc Liška an der Ausstattung der Königsloge im Nationaltheater beteiligt war. Nach diesem Auftrag unternahm er zahlreiche Studienreisen durch Europa. Er besuchte u.a. Deutschland, Großbritannien, die Niederlande, Italien und wieder Frankreich. Zurück in seiner Heimat arbeitete Schikaneder von 1885-90 als Assistent an der Prager Kunstgewerbeschule, von 1890-1922 war er dort Professor für dekorative Malerei. 1906 wurde ihm das Ritterkreuz des Franz-Joseph-Ordens verliehen. Nach seiner Lehrtätigkeit in Prag hielt er sich immer wieder auf der deutschen Insel Helgoland auf, wo er sich, bis zu seinem Tod 1924, von der Nordsee mit ihren flachen Ufern und den speziellen Lichtverhältnissen inspirieren ließ. Vorliegende Arbeit datiert Prof. Vlček um 1885. Möglicherweise stand für die sitzende Dame im historischen Kostüm Schikaneders Ehefrau Emilie, mit der er seit 1884 verheiratet war, Modell. In dieser frühen Arbeit ist der Künstler noch der Historienmalerei verpflichtet und der Einfluss von Gabriel von Max spürbar. In einem nur durch ein kleines Fenster erhellten Raum sitzt eine Frau neben einer Wiege, ihr Kind liebevoll im Arm haltend. Frau und Kind wirken wie mit einem Scheinwerfer beleuchtet und werden dadurch effektvoll hervorgehoben. Schikaneder schuf hier eine Szene, die, wie Prof. Vlček in seiner Expertise beschreibt, schon viele wichtige Elemente seines Spätwerkes vorwegnimmt. So zeigt die geometrische Anordnung der Objekte im Raum, welche in einem spannenden Zusammenspiel von unterschiedlichen Beleuchtungsquellen präsentiert werden, Schikaneders frühe Auseinandersetzung mit der Wirkung des Lichts, das zum Hauptmotiv in seinem Lebenswerk werden sollte. Jacob Schikaneder ”Mutterglück” c. 1885 oil on canvas; framed 64 x 84,5 cm inscribed handwritten on label on the reverse: Mutterglück v. Schikaneder / mit florentiner Rahmen 150 f. since late 19th century private family property, Austria, according to tradition comissioned directly by Jacub Schikaneder; bequeathed to the current owner by his family (private property, Vienna) Jakub Schikaneder was born in Prague and came from a humble background. His father was a customs official from Vienna and his mother was of Czech origin. The fact that he was able to study was probably also due to the fact that he grew up in an artistic family that produced a number of singers and actors. The most famous of these was probably Jakub's great-granduncle Emanuel Schikaneder (1751-1812), a well-known singer, actor, composer, poet and theatre director in Vienna, who wrote the libretto for Mozart's Magic Flute. Jakub was also talented as an actor and musician, but preferred to devote himself to painting. He initially studied at the Prague Academy from 1871 to 1879, before moving to Munich, where he continued his studies at the Academy under Gabriel von Max, who, was also born in Prague. His studies were followed by a stay in Paris, where he worked on the decoration of the royal box in the National Theatre toghether with his friend Emanuel Krescenc Liška. After this commission, he undertook numerous study trips throughout Europe. He visited Germany, Great Britain, the Netherlands, Italy and again France. Back in his home country, Schikaneder worked as an assistant at the Prague School of Arts and Crafts from 1885-90 where he became professor of decorative painting from 1890-1922. In 1906 he was awarded the Knight's Cross of the Order of Franz Joseph. After teaching in Prague, he repeatedly spent time on the German island of Helgoland,