Bidspirit auction | Gustav Klimt: Adele Bloch-Bauer mit
Gustav Klimt: Adele Bloch-Bauer mit Hut - Gustav Klimt Adele Bloch-Bauer mit Hut (Studie zum Bildnis Adele Bloch-Bauer II, 1912) 1910/11 Bleistift auf Papier; gerahmt 56,5 x 37,5 cm Galerie Welz, Salzburg; Privatbesitz, Dornbirn; Auktionshaus im Kinsky, 24.02.2009, Nr. 62; österreichischer Privatbesitz 2018 Wien, Leopold Museum, Gustav Klimt. Jahrhundertkünstler, 22. Juni bis 04. November Katalog Kornfeld und Klippstein, 155. Auktion, Bern, 11.-13. Juni 1975, S. 92, Nr. 522 (ohne Abb.); Alice Strobl, Gustav Klimt. Die Zeichnungen 1904-1912, Bd. II, Salzburg 1982, Nr. 2095, S. 268f. (s/w-Abb.); Hans-Peter Wipplinger (Hg.)/Sandra Tretter (Hg.), Gustav Klimt. Jahrhundertkünstler, Ausstellungskatalog Leopold Museum Wien, Wien 2018, Farbabb. S. 104 Von den Damen, die Gustav Klimt seit 1898 bis zu seinem Lebensende in zahlreichen Gemälden porträtiert hat, war Adele Bloch-Bauer die einzige, die den Künstler zweimal mit einem dementsprechenden Auftrag betraut hat. Dabei handelt es sich um die weltberühmte, 1907 vollendete ”Goldene Adele” und die in bunten Farben leuchtende, 1912 gemalte ”Adele Bloch-Bauer II”. Diese beiden Hauptwerke und ihre jeweils vorbereitenden Studien zeigen große Unterschiede. Die großteils 1903 entstandenen Zeichnungen für das ”goldene” Bildnis, Höhepunkte von Klimts modernem, parallel-fließendem Linienstil, faszinieren durch ihre einmalige Mischung von verführerischer Eleganz und majestätischer Distanz. In den 1910/11 gezeichneten Studien für ”Adele Bloch-Bauer II” hingegen – darunter die hier präsentierte Arbeit – dominiert die strenge Tektonik der frontal stehenden, gleichsam in sich selbst gefangenen Figur. Mit ihren nervösen, mehrfach unterbrochenen Bleistiftlinien leiten diese Blätter Klimts Zeichenstil der späten Jahre ein. Alice Strobl ordnet die vorliegende Arbeit der ersten Reihe von Entwürfen zu, ”die Adele Bloch-Bauer mit einer pelzbesetzten Stola, manche auch mit Hut und Tasche zeigen (Kat. Nr. 2074-2102)”. (Strobl II, S. 265) Mit raschen Strichen charakterisiert Klimt die verschiedenen Schichten der Bekleidung, wobei die oben erwähnte Tasche nur flüchtig angedeutet wird. Eine kräftigere Note setzt er mit der etwas verkrampft ausgestreckten, rechten Hand, vielleicht ein Hinweis auf den leicht gekrümmten Finger, den Adele in den 1903 gezeichneten Studien mal offen zeigt, mal zu verdecken bemüht ist. Innerhalb des teilweise überschnittenen Ovals des riesigen Huts leuchtet das Gesicht wie eine helle Insel hervor. Augen und Nase sind nur minimal angedeutet, während die dreieckig stilisierte Mundform, sinnlicher Fokus der Studien für das erste Gemälde, hier eher als objektives Erkennungsmerkmal in Erscheinung tritt. Neu an dieser Studie ist der malerische, lichtdurchflutete Gesamteindruck. (Marian Bisanz-Prakken) Gustav Klimt Adele Bloch-Bauer with Hat (Study for the portrait of Adele Bloch-Bauer II, 1912) 1910/11 pencil on paper; framed 56.5 x 37.5 cm Galerie Welz, Salzburg; private property, Dornbirn; Auktionshaus im Kinsky, 24 February 2009, no. 62; private property, Austria 2018 Vienna, Leopold Museum, Gustav Klimt. Jahrhundertkünstler, 22 June to 4 November Katalog Kornfeld und Klippstein, 155. Auktion, Bern, 11-13 June 1975, p. 92, no. 522 (without illus.); Alice Strobl, Gustav Klimt. Die Zeichnungen 1904-1912, vol. II, Salzburg 1982, no. 2095, p. 268f. (b/w-illus.); Hans-Peter Wipplinger (ed.)/Sandra Tretter (ed.), Gustav Klimt. Jahrhundertkünstler, exhibition catalogue Leopold Museum Vienna, Vienna 2018, colour illus. p. 104