Bidspirit auction | Kolo Moser: Uhr
Kolo Moser: Uhr - Kolo Moser Uhr Wiener Werkstätte, Wien, 1905 Obstholz, schwarz politiert, Messing, vernickelt, Silber, Türkis und facettiertes Glas; Uhrwerk mit Halb- und Stundenschlag; auf dem Pendel seitlich gemarkt mit Windhundpunze und ”WW”; mit originalem Schlüssel 27,8 x 21 x 11,3 cm Wiener-Werkstätte-Archiv, MAK Wien, Modellnr. S 302 (”Uhr”), Entwurfsnr. 3333; Deutsche Kunst und Dekoration: illustrierte Monatshefte für moderne Malerei, Plastik, Architektur, Wohnungskunst und künstlerisches Frauen-Arbeiten (1897-1932), Band 17. 1905-1906, Zimmermann, Ernst: Die III. deutsche Kunstgewerbe-Ausstellung Dresden im Jahre 1906, S. 176 Unsere Uhr ist ein besonders gutes Beispiel für die, den frühen Kunstwerken der Wiener Werkstätte zugrunde liegenden Ideen: Während seiner Zeit in der Wiener Werkstätte – 1903 bis 1908 – hat Koloman Moser mindestens 20 Uhren entworfen. Sie haben grundverschieden ausgesehen: Von Großen, aus edlen Hölzern und Silber gefertigten bis winzig Kleinen aus verleimtem Sperrholz, das bunt bemalt gewesen ist; aber keine war so sichtbar programmatisch wie die unsere. Die Uhr ist von Koloman Moser vermutlich in der zweiten Hälfte des Jahres 1903 entworfen, ausgeführt ist sie allerdings erst Anfang 1905 worden. Sie hat die Form eines klassischen griechischen Tempels, ist von einem aus getriebenem Metall und einem Halbedelstein bestehenden antikisierenden Kapitel bekrönt. Die seitlichen Säulen, das Zifferblatt und der Hintergrund des Pendels sind ganz im Stil der jungen Wiener Werkstätte gehalten, in der quadratisch ausgestanztes Blech zu den bevorzugten Materialien gehört hat. Typisch detailbewusst ist auch der zu der Uhr gehörende Schlüssel gestaltet, der in der gleichen Form gehalten ist, wie das Pendel. Insgesamt mutet die Tischuhr an, wie ein stark verkleinertes Bauwerk, eine Form, durch die Gleichwertigkeit von Architektur und Design veranschaulicht werden sollte. Diese Überlegungen hat Kolo Moser zweifellos von seinem Partner, dem weit mehr ”architekturlastigen” Josef Hoffmann übernommen. Unsere Uhr befindet sich in einem sehr guten Originalzustand, das Uhrwerk funktioniert einwandfrei. (EP) Koloman Moser Clock Wiener Werkstätte, Vienna, 1905 fruitwood, black polished, brass, nickel-plated, silver, turquoise, and beveled glass; movement with half-hour and hour strike; marked on the pendulum with greyhound hallmark and 'WW'; with original key 27.8 x 21 x 11.3 cm Wiener-Werkstätte-Archiv, MAK Vienna, model no. S 302 (”Clock”), design number 3333; Deutsche Kunst and Dekoration: illustrierte Monatshefte für moderne Malerei, Plastik, Architektur, Wohnungskunst and künstlerisches Frauen-Arbeiten (1897-1932), Band 17. 1905-1906, Zimmermann, Ernst: Die III. deutsche Kunstgewerbe-Ausstellung Dresden im Jahre 1906, p. 176