Bidspirit auction | Johann Lötz Witwe und Gisela
Johann Lötz Witwe und Gisela Falke: Vase mit Montierung - Johann Lötz Witwe und Gisela Falke Vase mit Montierung Klostermühle, 1902 farbloses Glas, rosafarben unterfangen, vertikal eingeschmolzene silberblaue unterbrochene Streifen, darüber im unteren Bereich horizontal eingeschmolzene silberblaue Bänder, zu S-förmigen Wellen verzogen, im oberen Bereich flächige silberblaue Einschmelzung mit unregelmäßigen Wellen; modelgeblasen; reduziert und irisiert; im ausgeschliffenen Abriss signiert ”Loetz/Austria”; Messingmontierung H. 16,2 cm (inkl. Montierung) Ricke, Ploil, u. A.: Lötz, 2003, S. 303 (Dekor); Lötz. Musterschnitte, 1989, S. 299 (Form) Die Vase ist ein exzellentes Beispiel für die Zusammenarbeit des Wiener Glasverlegers E(lias) Bakalowits‘ Söhne mit Künstlern und Künstlerinnen der damaligen Wiener Avantgarde: Gisela Falke von Lilienstein war Schülerin an der dem österreichischen Museum für Kunst und Industrie angegliederten Kunstgewerbeschule Wien. Ihre Lehrer waren unter anderen Josef Hoffmann und Koloman Moser. Während ihrer Schulzeit schuf Falke – stilistisch deutlich an Kolo Moser angelehnt – zahlreiche Entwürfe für gläserne Gebrauchsgegenstände und Ziergläser. Zu diesen Entwürfen zählt auch unsere Vase, allerdings bloß was Form des Glases und der metallenen Montierung betrifft. Die Auswahl der Farbe des Glases war wohl Bakalowits überlassen. Bakalowits hat gemeinsam mit einigen anderen in Wien ansässigen Förderern mit der Kunstgewerbeschule zusammengearbeitet. Die Zusammenarbeit hat darin bestanden, dass Bakalowits Entwürfe von Lehrern und Schülern der Kunstgewerbeschule auf eigene Kosten durch Produktionsunternehmen seiner Wahl ausführen lassen und der Schule unentgeltlich überlassen hat; als Gegenleistung ist ihm das Recht zur Ausführung weiterer den Entwürfen entsprechender Kunstwerke eingeräumt worden. Den unserer Vase zugrunde liegenden Entwurf Gisela von Falkes hat Bakalowits bei der Glasfabrik Joh. Lötz‘ Witwe ausführen lassen, wobei er mehrere Dekore in Auftrag gegeben hat: Einen blass rosafarbenen, der für die Kunstgewerbeschule bestimmt gewesen ist, einen irisierend dunkelblauen und, als teuersten und aufwendigsten, unser Objekt, dessen Dekor die Bezeichnung Heliotrop Phänomen, Genre 1/25 getragen hat. Die aus Messingblech bestehende, gleichfalls von Gisela Falke von Lilienstein entworfene metallene Montierung hat Bakalowits wohl in der eigenen, auf die Produktion von Beleuchtungskörpern spezialisierten Werkstätte herstellen lassen. Glas und Montierung sind heute, 123 Jahre nach ihrem Zusammenbau, noch immer in jenem Zustand, in dem sie seinerzeit das Geschäft von E. Bakalowits Söhne verlassen haben. (EP) Johann Lötz Witwe and Gisela Falke Vase with mounting for E. Bakalowits' Söhne, Vienna 1902, excecution: Klostermühle and August Lux, Vienna colourless glass, pink underlay, vertically fused silver-blue interrupted stripes, with horizontally fused silver-blue bands in the lower area, twisted into S-shaped waves, in the upper area flat silver-blue fusions with irregular waves; mold-blown; reduced and iridescent; signed in the polished break ”Loetz/Austria”; brass mounting h. 16.2 cm (incl. mounting) Ricke, Ploil, u. A.: Lötz, 2003, p. 303 (decor); Lötz. Musterschnitte, 1989, p. 299 (form) Die Vase ist ein exzellentes Beispiel für die Zusammenarbeit des Wiener Glasverlegers E(lias) Bakalowits‘ Söhne mit Künstlern und Künstlerinnen der damaligen Wiener Avantgarde: Gisela Falke von Lilienstein war Schülerin an der dem österreichischen Museum für Kunst und Industrie angegliederten Kunstgewerbeschule Wien. Ihre Lehrer waren unter anderen Josef Hoffmann und Koloman Moser. Während ihrer Schulzeit schuf Falke – stilistisch deutlich an Kolo Moser angelehnt – zahlreiche Entwürfe für gläserne Gebrauchsgegenstände und Ziergläser. Zu diesen Entwürfen zählt auch unsere Vase, allerdings bloß was Form des Glases und der metallenen Montierung betrifft. Die Auswahl der Farbe des Glases war wohl Bakalowits überlassen. Bakalowits hat gemeinsam mit einigen anderen in Wien ansässigen Förderern mit der Kunstgewerbeschule zusammengearbeitet. Die Zusammenarbeit hat darin bestanden, dass Bakalowits Entwürfe von Lehrern und Schülern der Kunstgewerbeschule auf eigene Kosten durch Produktionsunternehmen seiner Wahl ausführen lassen und der Schule unentgeltlich überlassen hat; als Gegenleistung ist ihm das Recht zur Ausführung weiterer den Entwürfen entsprechender Kunstwerke eingeräumt worden. Den unserer Vase zugrunde liegenden Entwurf Gisela von Falkes hat Bakalowits bei der Glasfabrik Joh. Lötz‘ Witwe ausführen lassen, wobei er mehrere Dekore in Auftrag gegeben hat: Einen blass rosafarbenen, der für die Kunstgewerbeschule bestimmt gewesen ist, einen irisierend dunkelblauen und, als teuersten und aufwendigsten, unser Objekt, dessen Dekor die Bezeichnung Heliotrop Phänomen, Genre 1/25 getragen hat. Die aus Messingblech bestehende,