Bidspirit auction | Theodor van Thulden zugeschrieben: Raub


Theodor van Thulden zugeschrieben: Raub der Sabinerinnen - Theodor van Thulden zugeschrieben Raub der Sabinerinnen Öl auf Leinwand; gerahmt 70 x 94 cm Dorotheum Wien, 12. Dezember 2011, Lot 112; Privatsammlung, Österreich Das vorliegende Gemälde, das den Raub der Sabinerinnen darstellt, ist ein Beispiel für ein wiederkehrendes Motiv in der europäischen Kunst seit der Renaissance. Dieses Motiv bot den Künstlern eine Gelegenheit, Bewegung, Pathos und Konflikt in Szene zu setzen. Auch Theodor van Thulden (1606–1669) greift in seiner Komposition auf diese Tradition zurück und entfaltet das Geschehen mit einer dramatischen Bildsprache, die unübersehbar auf die Schule seines Lehrmeisters verweist. Van Thulden, ein bedeutender flämischer Maler und Kupferstecher des Barock, erhielt seine künstlerische Ausbildung in Antwerpen in der Werkstatt von Peter Paul Rubens (1577–1640), dessen kraftvolle Formensprache sein Schaffen nachhaltig prägte. Bereits 1626 trat er als Vorsteher der St. Lukasgilde hervor, bevor er in Paris die Werke der Schule von Fontainebleau studierte, deren elegante Figurenauffassung sich mit den Rubens’schen Impulsen in seinem Stil vereinte. 1635 heiratete er Maria van Balen, die Tochter des Malers Hendrick van Balen I (1575–1632) und zugleich Patenkind Rubens’, wodurch er sich auch familiär in den Kreis der Antwerpener Künstlerdynastie einband. In diesem Spannungsfeld zwischen französischer Eleganz und flämischer Monumentalität entwickelte van Thulden eine Bildsprache, die in dem hier gezeigten Historiengemälde exemplarisch zum Ausdruck gelangt. Attributed to Theodor van Thulden Rape of the Sabine Women oil on canvas; framed 70 x 94 cm Dorotheum Vienna, 12 December 2011, lot 112; private collection, Austria