Bidspirit auction | Martin Joh. Schmidt und Werkstatt:
Martin Joh. Schmidt und Werkstatt: Die Heilige Sippe - Martin Joh. Schmidt und Werkstatt Die Heilige Sippe 1770er Jahre Öl auf Leinwand; geschwungener Abschluss am oberen Rand; gerahmt 187 x 123 cm Undeutlich signiert und datiert links unten: …17(7…) Privatbesitz, Österreich Die Darstellung der ”Heiligen Sippe” gehört zu den zentralen Themen im Œuvre Martin Johann Schmidts. Im Unterschied zur ”Heiligen Familie” weitet sich hier der Kreis über Christus und seine Eltern hinaus auf weitere Verwandte aus. Als dieses Werk entstand, war Schmidt bereits ein angesehener, etablierter Maler mit eigener Werkstatt und Mitarbeitern. Die locker aufgesetzten, fast skizzenhaften Höhungen in Gesichtern und Gewändern verweisen jedoch auch auf die unmittelbare Beteiligung des Meisters selbst. Charakteristisch ist zudem das warme, dämmrige Licht, das die Szene durchzieht, zugleich lassen sich bereits Anklänge an die kräftigere Farbigkeit seiner späteren Werke erkennen. Das Bild diente vermutlich als privates Andachtsbild, könnte aber ebenso für eine Seitenkapelle bestimmt gewesen sein, dort wechselten Bildprogramme häufig. Vergleichbare Kompositionen finden sich in mehreren österreichischen Kirchen. So zeigt etwa die beliebte ”Heilige Familie” in St. Peter in Salzburg eine ähnliche Figurenordnung im gleichen sanften, warmen Licht (vgl. Rupert Feuchtmüller, Der Kremser Schmidt. 1718-1801, Innsbruck/Wien 1989, WVZ-Nr. 544). Auch das Christuskind erinnert an die Gestalt in Schmidts ”Kräfte der Engel” von 1773 im Stift Melk (Feuchtmüller 1989, WVZ-Nr. 433): Dort blickt es auf emporstrebende Engel herab, hier hingegen wendet es sich dem kleinen Johannesknaben zu, der von seiner Mutter Elisabeth begleitet wird. Die Aufmerksamkeit der Figuren gilt nicht allein Christus in der Mitte der Komposition, einige richten ihre Blicke in göttlicher Ekstase gen Himmel. Die Familie bekrönt der Heilige Geist, der in Gestalt einer weißen Taube über der Szene schwebt – ein ikonographisches Motiv, das Schmidt immer wieder wirkungsvoll einsetzte. Das Gemälde vereint intime Andacht mit repräsentativer Strahlkraft und bietet zugleich ein eindrucksvolles Beispiel von Schmidts ausgereifter Malerei und seiner gefragten Werkstattpraxis. Wir danken Dr. Georg Lechner, Belvedere, Wien, für seine Hilfe bei der Katalogisierung. Martin Johann Schmidt, called Kremser Schmidt and workshop The Holy Kinship 1770s oil on canvas; curved finish at the top; framed 187 x 123 cm indistinctly signed and dated on the lower left: …17(7…) private property, Austria We are grateful to Dr. Georg Lechner, Belvedere, Vienna, for his help cataloguing.