Bidspirit auction | Adolph Menzel: Almabtrieb in Hofgastein


Adolph Menzel: Almabtrieb in Hofgastein - Adolph Menzel Almabtrieb in Hofgastein 1886 Gouache auf Papier; gerahmt 17,9 x 11,7 cm Signiert und datiert rechts unten: Menzel / (18)86 Dr. Herbert Quandt, Bad Homburg vor der Höhe (mind. 1955-1965); Privatsammlung, Österreich; Griesebach, Berlin, 30.11.2016, Nr. 177 (unverkauft, wieder retour an den Einbringer); Privatsammlung, Österreich 1955, Berlin, Museum Dahlmen, Kat.-Nr. 134 1965, Berlin, Haus am Tiergarten, Kat.-Nr. 82 Adolph von Menzel. Aus Anlaß seines 50. Todestages. Ausstellungskatalog, Berlin, Museum Dahlem (ehem. Staatliche Museen Berlin, Nationalgalerie), 1955, Kat.-Nr. 134 (”Bad Gastein”); Adolph Menzel, 1815-1905. Pastelle, Aquarelle und Zeichnungen. Ausstellungskatalog, Berlin, Haus am Tiergarten, 1965, Kat.-Nr. 82 (”Bad Gastein”) Vorliegendes Blatt ist 1886 entstanden. Der damals 71-jährige Künstler war zu dieser Zeit bereits hoch angesehen und mit vielen Ehrungen ausgezeichnet. Von seinen Zeitgenossen als ”manischer” Zeichner beschrieben, verbrachte Menzel die Sommermonate ab dem Jahr 1852 – meist in Begleitung seiner Schwester Emilie – immer wieder in Bayern und Österreich, wobei er diese Aufenthalte nicht zur Erholung, sondern intensiv zum Beobachten und Zeichnen nutzte. Seine zahlreichen Skizzenbücher mit Studien von Menschen und Tieren geben Zeugnis davon. Auch vorliegenden Almabtrieb könnte Menzel in der Sommerfrische beobachtet haben, erfolgt dieser doch üblicherweise Mitte August. Im Postkartenformat zeigt Menzel das Spektakel der Rückkehr des Viehs von den Bergweiden ins Tal, klein im Hintergrund. Die Aufmerksamkeit des Betrachters wird zuallererst auf eine alte Frau mit einem Buckelkorb voll Reisig gelenkt. Prominent sitzt sie auf einem Rasenstück im rechten Vordergrund. Müde und erschöpft würdigt sie dem turbulenten Geschehen im Hintergrund, das durchaus lautstark mit dem Geläut der Kuhglocken vonstattengeht, keinen Blick. Eine Ebene höher zeigt Menzel als Gegenpol zur armen Reisigsammlerin eine kleine Gruppe von Personen auf einer Terrasse. Ein elegant gekleideter Herr blickt in Richtung Betrachter, eine Frau mit Spitzenhaube, möglicherweise eine Amme, und eine jüngere Frau mit einem Kleinkind am Arm beobachten hingegen von ihrem ”Logenplatz” aus das bunte Treiben. Gefesselt vom Geschehen sind auch vier Kinder, welche Menzel in einer ”Gasse” zwischen hohen Nadelbäumen und der Terrasse zeigt. Ein Knabe im Matrosenanzug sowie ein Mädchen mit weißer Bluse und Rüschenrock gehören wohl zu den ”Zuschauern” auf der Terrasse und beobachten den Zug ebenso fasziniert, wie die beiden barfüßigen Dorfburschen, die sich wesentlich näher an die Tiere heranwagen. Menzels Blick für soziale Unterschiede und ein respektvoller Blick auf die Ärmeren gelingt hier wie nebenbei. Viel Inhalt auf kleinem Platz, jedoch mit größter malerischer Freiheit festgehalten. Ein Bravourstück des wohl bedeutendsten preußischen Künstlers seiner Zeit. (MS) Adolph Friedrich Erdmann Menzel Cattle Drive in Hofgastein 1886 gouache on paper; framed 17,9 x 11,7 cm Signed and dated on the lower right: Menzel / (18)86 Dr. Herbert Quandt, Bad Homburg vor der Höhe (at least 1955–1965); Private collection, Austria; Grisebach, Berlin, 30.11.2016, no. 177 (unsold, returned to the consignor); Private collection, Austria 1955, Berlin, Museum Dahlmen, cat.-no. 134 1965, Berlin, Haus am Tiergarten, cat.-no. 82 Adolph von Menzel. Aus Anlaß seines 50. Todestages. exhibition catalogue, Berlin, Museum Dahlem (formerly Staatliche Museen Berlin, Nationalgalerie), 1955, cat.-no. 134 (”Bad Gastein”); Adolph Menzel, 1815-1905. Pastelle, Aquarelle und Zeichnungen. exhibition catalogue, Berlin, Haus am Tiergarten, 1965, cat.-no. 82 (”Bad Gastein”) Vorliegendes Blatt ist 1886 entstanden. Der damals 71-jährige Künstler, war zu dieser Zeit bereits hoch angesehen und mit vielen Ehrungen ausgezeichnet. Von seinen Zeitgenossen als ”manischer” Zeichner beschrieben, verbrachte Menzel die Sommermonate ab dem Jahr 1852 – meist in Begleitung seiner Schwester Emilie – immer wieder in Bayern und Österreich, wobei er diese Aufenthalte nicht zur Erholung, sondern intensiv zum Beobachten und Zeichnen nutzte. Seine zahlreichen Skizzenbücher mit Studien von Menschen und Tieren, geben Zeugnis davon. Auch vorliegenden Almabtrieb könnte Menzel in der Sommerfrische beobachtet haben, erfolgt dieser doch üblicherweise Mitte August. Im Postkartenformat zeigt Menzel das Spektakel der Rückkehr des Viehs von den Bergweiden ins Tal, klein im Hintergrund. Die Aufmerksamkeit des Betrachters wird zuallererst auf eine alte Frau mit einem Buckelkorb voll Reisig gelenkt. Prominent sitzt sie auf einem Rasenstück im rechten Vordergrund. Müde und erschöpft, würdigt sie dem turbulenten Geschehen im Hintergrund, das durchaus lautstark mit dem Geläut der Kuhglocken vonstattengeht, keinen Blick. Eine Ebene höher, zeigt Menzel als Gegenpol zur armen Reisigsammlerin, eine kleine Gruppe von Personen,