Bidspirit auction | Josef Mikl: Großer Kopf in


Josef Mikl: Großer Kopf in blauer Ebene - Josef Mikl Großer Kopf in blauer Ebene 1961 Öl auf Leinwand; ungerahmt 200 x 400 cm Signiert und datiert links unten: Mikl, 61 Privatbesitz, Wien 25.04.1962 - 29.04.1962, Josef Mikl. Ölbilder Tribuswinkel 1961, Zeichnungen 1961/1962, Galerie nächst St. Stephan, Wien. ”Josef Mikl war ein kantiger Mensch, der sich nur von wenigen etwas sagen ließ. Er hat für seine Überzeugungen gelebt, hat gewusst, was er will, hat nie einen Trend mitgemacht und ist konsequent seinen Weg gegangen” (Gespräch zwischen Friedhelm Mennekes und Josef Mikl, zitiert aus: Josef Mikl – Arbeiten 1980-1987, Wien 1988, o.S.). Genau diese Klarheit und Stärke seiner Persönlichkeit haben Mikls Kunst einzigartig und kraftvoll gemacht. Mikl war Maler, Zeichner, Kritiker und Intellektueller - und zählt zu den bedeutendsten Protagonisten der österreichischen Kunst in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Obwohl Mikl, der mit Wolfgang Hollegha, Arnulf Rainer und Markus Prachensky Mitglied der Gruppe rund um die Galerie St. Stephan unter der Leitung von Monsignore Otto Mauer war, als Vorreiter der Abstraktion bzw. der informellen Malerei in Österreich gilt, lässt sich sein Werk nicht eindeutig zuordnen. Mikl selbst hat sich stets dagegen gewehrt, als abstrakter Künstler bezeichnet zu werden. Sein gesamtes Schaffen ist vielmehr von einer lebendigen Spannung zwischen Gegenständlichkeit und Abstraktion geprägt. ”Ein Gegenstand macht das Bild erst sinnvoll”, argumentiert Mikl. Er ging von einer grundsätzlichen Ordnung aus, die sich in seiner Bildrealität formte. Das informelle Vokabular wurde zu seiner Bildsprache, die er weiterentwickelte und zu seinem eigenen, neuen Ausdruck führte - jedoch ohne je das Gegenständliche aus den Augen zu verlieren. Das vorliegende frühe, großformatige Werk aus dem Jahr 1961 stammt aus einer Schaffensphase, in der ein fahrig dynamischer Gestus Mikls Ausdrucksweise bestimmte. Die kontrollierte Spontanität des Duktus prägt die Bildwirkung. Die großzügig und locker gesetzten Pinselstriche auf der linken Bildhälfte erzeugen eine enorme, spannungsvolle Energie. Speziell in den 1960er Jahren war Mikls Malerei von der Kraft des zeichnerischen Pinsels geprägt. In der rechten Bildhälfte verdichten sich die Formen. Hier zeigt sich der Bezug zum Gegenständlichen. Das Körperhafte löst sich in eng beieinander liegenden Flächen auf, die der Komposition ihren Schwerpunkt verleihen. Farblich dominiert ein locker gesetztes, dunkles Blau, das den Bildraum einnimmt. Als leuchtenden Akzent hat Mikl ein kräftiges Orange dazwischengesetzt. Selbst im monochromen Bildgrund führt Mikl die Dynamik durch feine Farbnuancen und den lebendigen Duktus fort. Genau diese Bewegung, die der Künstler sowohl in der Farbfläche als auch durch den Farbauftrag hervorruft, erzeugt eine einzigartige Energie, Spannung und Anziehungskraft, die dieses Werk herausragend machen. (Sophie Höfer) Josef Mikl Großer Kopf in blauer Ebene 1961 oil on canvas; unframed 200 x 400 cm signed and dated on the lower left: Mikl, 61 private property, Vienna 25.04.1962 - 29.04.1962, Josef Mikl. Ölbilder Tribuswinkel 1961, Zeichnungen 1961/1962, Galerie nächst St. Stephan, Vienna.