Bidspirit auction | Hans Staudacher: o.T.


Hans Staudacher: o.T. - Hans Staudacher o.T. 1986 Öl auf Leinwand; gerahmt 130 x 140 cm Datiert und signiert rechts unten: 86, Staudacher österreichischer Privatbesitz ”Das Bild wird zum Synonym eines Begehungsfeldes der motorischen Lebensenergie des Künstlers, zum Resonanzkörper für dessen Lebensempfindungen, die Selbstgefühl und Weltgefühl zum Ausdruck bringen.” (Andrea Madesta (Hg.), Hans Staudacher. Eine Retrospektive, Ausstellungskatalog, Museum Moderner Kunst Kärnten, Klagenfurt 2007/2008, S. 16) In seinen Bildern legt Hans Staudacher seine persönliche Sicht auf die Welt offen. Er malt seine Gedanken zu tagespolitischen Geschehnissen, seine Emotionen und Überlegungen in jener unverkennbaren Spielart des lyrischen Informel kombiniert mit skripturalen Elementen, die er sich autodidaktisch angeeignet hat. Seine Kunst ist sozusagen ”anschauliches Denken” (Madesta, S. 17). Die 1980er-Jahre bringen Hans Staudacher mehrere Auszeichnungen wie die Silbermedaille der Stadt Wien oder den 1. Preis des Bildungsministeriums sowie einen großen Auftrag für das Casino Graz, wo er sich in einem Wettbewerb als Erstgereihter durchsetzt. Seine Werke werden auf mehreren Einzelausstellungen, unter anderem in der Wiener Secession und im Kunstverein für Kärnten in Klagenfurt gezeigt. Allein in die Jahre 1984 und 1985 fallen fünfzehn Personalen. 1986 sind mehrere seiner Bilder in der großen und wichtigen Ausstellung ”Zeichen und Gesten” in der Wiener Secession zu sehen. Im selben Jahr ist vorliegendes großes Leinwandbild entstanden. Farbflecken flirren über die Bildfläche und verdichten sich zum Zentrum des Bildes hin, wo sie sich entlang eines vertikalen und horizontalen Stranges ansammeln. Neben dem Weiß des Bildgrundes entsteht so ein durch zarte schwarze Linien unterteiltes Farbkonglomerat, das von deckend-weißen skripturalen Elementen und wenigen roten und grellgelben Farbpunkten akzentuiert wird. Die Farbe Blau nimmt im Schaffen Hans Staudachers eine zentrale Rolle ein, weil sie Raum und Tiefe erzeugt. ”Das Blau war halt meine Farbe, in die Luft hinaus, ins Unendliche, Fliegen, Wegfliegen, das Blau, das mir die Illusion gegeben hat, Atmosphäre, Raum zu haben” (Hans Staudacher. Die Kraft der 50er. Wien Paris, Ausstellungskatalog, Palais Harrach, Wien 1987; Museum Moderner Kunst – Stiftung Wörlen, Passau 1998, S. 48), erklärt der Künstler. So entsteht in seiner Malerei jene harmonische und zugleich kraftvolle Verbindung aus malerischen und kalligrafischen Elementen, die seine Werke so unverwechselbar machen. (Sophie Cieslar) Hans Staudacher Untitled 1986 oil on canvas; framed 130 x 140 cm dated and signed on the lower right: 86, Staudacher private property, Austria