Bidspirit auction | Gunter Damisch: o.T.


Gunter Damisch: o.T. - Gunter Damisch o.T. Öl auf Leinwand; ungerahmt 200 x 200 cm Storrer Gallery, Zürich; Privatbesitz, Schweiz Die 1980er-Jahre sind die Sturm- und Drangphase des Künstlers Gunter Damisch. Die ”Neuen Wilden”, neben Damisch Herbert Brandl, Hubert Scheibl, Hubert Schmalix und Alois Mosbacher, haben die Malerei neu für sich entdeckt und feiern die wiedergewonnene Lust an einer expressiven Farbigkeit. Die sogenannten ‚Steher‘, figürliche, aufrechtstehende Piktogramme in Gelb und Blau, tauchen erstmals in Arbeiten der Jahre 1985 bis 1987 auf. Auch in unserer großformatigen, äußerst pastos gemalten Arbeit kehren sie wieder und treiben markant über die Bildoberfläche. Ohne Arme und Beine sind sie Chiffren des menschlichen Daseins. Alles ist in Bewegung geraten, in einem endlosen Strom streben die Formen und Farben dem oberen Bildrand zu. In dieser Malerei scheint alles vereint: Himmel und Erde, Wasser und Luft, Feuer und Licht. Die Ebenen kippen, sie wandern nach vorne, werden im linken roten Teil flach, um sich gleich darauf wieder im tiefen Blau links davon in die endlosen Weiten und Tiefen zu öffnen. Durch die Mitte wandert ein breites, sich nach oben hin verjüngendes Band aus flirrenden Formen über die Fläche, wie ein Schwarm kleiner silbrig-bunter Fische, der aus zahllosen vielfarbigen Pinselstrichen besteht. Gunter Damisch ist ”ein Weltenbildner, der mit seinen seriellen Farbknäueln und -anhäufungen, mit Wischungen und Auskratzungen, mit seinen schlierigen, stacheligen Geißeltierchen und Strichmännchen den Raum der zweidimensionalen Leinwand öffnete in die Unendlichkeit: in jenes unbekannte Universum, das zu erforschen der Kunst obliegt” (Andrea Schurian, Gunter Damisch 1958-2016, auf: https://www.gunter-damisch.at/deutsch, aufgerufen am 29.7.2025). (Sophie Cieslar) Gunter Damisch Untitled oil on canvas; unframed 200 x 200 cm Storrer Gallery, Zurich; private property, Switzerland