Bidspirit auction | Karl Korab: o.T. (Lavendelfelder)


Karl Korab: o.T. (Lavendelfelder) - Karl Korab o.T. (Lavendelfelder) 2017 Mischtechnik auf Leinwand; gerahmt 60 x 60 cm Signiert rechts unten: Korab Rückseitig signiert und datiert: Korab, 17 österreichischer Privatbesitz Der niederösterreichische Maler und Grafiker Karl Korab (*1937 in Falkenstein) zählt zu den bedeutendsten Künstlern der österreichischen Nachkriegskunst. Von 1957 bis 1964 studierte er an der Akademie der bildenden Künste in Wien bei Sergius Pauser. Schon früh entwickelte er einen eigenständigen Stil, der zwischen Realismus, Symbolismus und Surrealismus angesiedelt ist. Seine Werke zeichnen sich durch eine präzise, oft kühle Formensprache und eine starke Atmosphäre von Stille und Melancholie aus. Ein zentrales Thema seiner Kunst ist die Landschaft des Weinviertels, die er in stillen, fast mystischen Kompositionen darstellt. Typisch für Korab sind reduzierte Farben, leere Räume, verlassene Häuser, Stillleben mit Masken und abstrakte Strukturen, die an Vergänglichkeit und Zeit erinnern. Neben der Malerei schuf er Grafiken, Collagen und Bühnenbilder. Für sein Schaffen wurde er vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Kulturpreis des Landes Niederösterreich (1972), dem Goldenen Ehrenzeichen (1997) und dem Großen Ehrenzeichen für Verdienste um das Bundesland Niederösterreich (2012). Im Laufe seiner künstlerischen Karriere vollzog Korab eine stetige Entwicklung vom Realismus zur Abstraktion. Die hier gezeigten Werke verdeutlichen diesen Wandel exemplarisch. Während er in frühen Jahren für seine realistischen Landschaften und Stillleben bekannt war, konzentrierte er sich in späteren Arbeiten zunehmend auf Struktur, Farbe und Fläche. Seine Kompositionen wirken architektonisch konstruiert und zugleich poetisch offen. Oft bewegen sie sich an der Grenze zwischen Landschaft und Abstraktion. Diese Bilder können als späte Synthese seines Schaffens verstanden werden – Landschaft, Geometrie und Farbe verschmelzen zu symbolhaften, fast meditativen Bildwelten. Über sein malerisches Schaffen schrieb Korab: ”Die Malerei ist für mich eine Möglichkeit, mit der Natur in engere Beziehung zu treten, um als Forscher sozusagen Neuland zu entdecken, in sie tiefer einzudringen, um Verborgenes freizulegen. Die äußere Wirklichkeit und meine inneren Vorstellungen in ein Gleichgewicht zu bringen, das ist mein Anliegen. Die Malerei reflektiert meine Gefühlswelt und ist Inhalt und Ausdruck meiner Existenz.” (Karl Korab. Bildwerke 1960–1999, Ausst. Kat. Galerie Hilger im Palais Harrach, Wien 14.09.–17.10.1999, S. 32) (Stefan Üner) Karl Korab Untitled (Lavendelfelder) 2017 mixed media on canvas; framed 60 x 60 cm signed on the lower right: Korab signed and dated on the reverse: Korab, 17 private property, Austria