Bidspirit auction | Sebastian Wegmayr: Großes Blumenstillleben mit
Sebastian Wegmayr: Großes Blumenstillleben mit Trauben - Sebastian Wegmayr Großes Blumenstillleben mit Trauben 1856 Öl auf Leinwand; gerahmt 121,5 x 94,5 cm Signiert und datiert links unten: S. Wegmayr. 1856. Dorotheum Wien, 12.3.1959, Nr. 137, Tafel 35 (SW-Abb.); Privatsammlung, Österreich Sebastian Wegmayr entstammte einfachen Verhältnissen und erhielt seine Ausbildung an der Akademie der Bildenden Künste in Wien mit einer Spezialisierung in der Stilllebenmalerei. Zunächst war er als Assistent seines Lehrers Johann Baptist Drechsler (1756–1811) tätig, dessen Lehrstuhl er später übernahm. Wegmayr unterrichtete an der Akademie bis zu seinem Ruhestand im Jahr 1851. Auch über seine aktive Lehrtätigkeit hinaus wirkte sein Einfluss fort: Viele seiner Skizzen fanden noch lange Verwendung als Unterrichtsmaterial. Wegmayrs bevorzugtes Sujet war das Blumenbouquet, doch er schuf auch Stillleben mit Früchten und kleinen Tieren. Seine dem Biedermeier verpflichtete, akribische Malweise zeichnet sich durch klare Konturen, eine harmonische Komposition mit häufig symmetrischem Aufbau und eine ruhige, dabei doch lebendige Ausstrahlung aus. Die aufwendig arrangierten floralen Kompositionen entstanden nicht als spontane Naturstudien, sondern wurden aus einer Vielzahl von Einzelbeobachtungen und vorbereitenden Studienblättern komponiert. Es wurden sorgfältig konstruierte Bildgefüge geschaffen, in denen Pflanzenarten kombiniert wurden, die in der Natur oft nicht zur selben Jahreszeit blühen oder gedeihen. Der Einfluss der flämischen Kunst ist im Œuvre des Künstlers noch deutlich erkennbar. Auch in dem hier vorliegenden Werk zeigt sich diese Vorgehensweise deutlich. Vor einem dunklen Hintergrund entfalten die farbintensiven Blüten und Zweige ihre volle Wirkung. Ein Vogel und ein Schmetterling fügen sich nahtlos in die Komposition ein und unterstreichen den naturalistischen Anspruch des Gemäldes. Die feine Ausarbeitung jedes Details zeugt von Wegmayrs disziplinierter Technik und seinem geschulten Auge für botanische Genauigkeit. Gleichzeitig kontrastieren die monochrome Vase und die kühle Marmorplatte mit der Üppigkeit der floralen Darstellung, was zu einem spannungsvollen Spiel zwischen Zurückhaltung und Fülle führt. (KF) Sebastian Wegmayr Large Floral Still Life with Grapes 1856 oil on canvas; framed 121,5 x 94,5 cm Signed and dated on the lower left: S. Wegmayr. 1856. Dorotheum Vienna, 12.3.1959. no. 137, pl. 35 (b./w.-illus.); private collection, Austria Sebastian Wegmayr entstammte einfachen Verhältnissen und erhielt seine Ausbildung an der Akademie der Bildenden Künste in Wien mit einer Spezialisierung in der Stilllebenmalerei. Zunächst war er als Assistent seines Lehrers Johann Baptist Drechsler (1756–1811) tätig, dessen Lehrstuhl er später übernahm. Wegmayr unterrichtete an der Akademie bis zu seinem Ruhestand im Jahr 1851. Auch über seine aktive Lehrtätigkeit hinaus wirkte sein Einfluss fort: Viele seiner Skizzen fanden noch lange Verwendung als Unterrichtsmaterial. Wegmayrs bevorzugtes Sujet war das Blumenbouquet, doch er schuf auch Stillleben mit Früchten und kleinen Tieren. Seine dem Biedermeier verpflichtete, akribische Malweise zeichnet sich durch klare Konturen, eine harmonische Komposition mit häufig symmetrischem Aufbau und eine ruhige, dabei doch lebendige Ausstrahlung aus. Die aufwendig arrangierten floralen Kompositionen entstanden nicht als spontane Naturstudien, sondern wurden aus einer Vielzahl von Einzelbeobachtungen und vorbereitenden Studienblättern komponiert. Es wurden sorgfältig konstruierte Bildgefüge geschaffen, in denen Pflanzenarten kombiniert wurden, die in der Natur oft nicht zur selben Jahreszeit blühen oder gedeihen. Der Einfluss der flämischen Kunst ist im Œuvre des Künstlers noch deutlich erkennbar. Auch in dem hier vorliegenden Werk zeigt sich diese Vorgehensweise deutlich. Vor einem dunklen Hintergrund entfalten die farbintensiven Blüten und Zweige ihre volle Wirkung. Ein Vogel und ein Schmetterling fügen sich nahtlos in die Komposition ein und unterstreichen den naturalistischen Anspruch des Gemäldes. Die feine Ausarbeitung jedes Details zeugt von Wegmayrs disziplinierter Technik und seinem geschulten Auge für botanische Genauigkeit. Gleichzeitig kontrastieren die monochrome Vase und die kühle Marmorplatte mit der Üppigkeit der floralen Darstellung, was zu einem spannungsvollen Spiel zwischen Zurückhaltung und Fülle führt. (KF)