Bidspirit auction | Siegfried Anzinger: Der Herztöter


Siegfried Anzinger: Der Herztöter - Siegfried Anzinger Der Herztöter 1982 Acryl auf Leinwand; gerahmt 194 x 346 cm Rückseitig signiert und datiert: Anzinger, 1982 Galerie Krinzinger; österreichische Privatsammlung Wild painting. Frohner und der Neoexpressionismus, Forum Frohner, Kunsthalle Krems, 24. Mai - 19. Oktober 2025, Krems. Der österreichische Künstler Siegfried Anzinger, der in Wien und Köln lebt und arbeitet, kann auf ein äußerst facettenreiches Œuvre zurückblicken. Als Mitbegründer der sogenannten ”Neuen Wilden” der 1980er-Jahre begann Anzinger seinen künstlerischen Weg in einer von expressiver Unmittelbarkeit geprägten Malerei, die er im Laufe der Zeit durch mehrere radikale stilistische Wendungen konsequent weiterentwickelte. Ausgehend von der gestisch-expressiven Bildsprache jener frühen Jahre gelangte er zu einer eigenständigen figurativen Bildwelt. Diese setzt er mit hauchdünnen Schichten von Leimfarbe, einer dünnen, transparenten Farbe, und bemerkenswerter kompositorischer Sicherheit um. Charakteristisch ist dabei sein Changieren zwischen Abstraktion und Figuration. Gegenständliche, erzählerische oder symbolische Motive dienen ihm dabei weniger als inhaltliche Setzungen denn als Ausgangspunkte für den Malprozess selbst, stets mit dem Ziel, sich vollends auf die Malerei einlassen zu können. Das vorliegende großformatige Werk ”Der Herztöter” entstand in jener wichtigen Phase seines Schaffens, als Anzinger im Kontext der ”Neuen Wilden” von der scheinbaren Regellosigkeit und Offenheit dieser Strömung geprägt war. Die Komposition besticht durch ihre expressive, spontane und unmittelbare Wirkung. Zwei Figuren, aus dynamisch-gestischen Pinselzügen entwickelt, treten in eine erzählerische Beziehung zueinander. Der in der rechten Bildhälfte dargestellte Mann ersticht das rote Herz in der linken Bildhälfte. Liebe, Sexualität, Schmerz, Angst, Tod sind wiederkehrende Motive in Anzingers Werk. Der Bildhintergrund ist lebendig, frei, kraftvoll und impulsiv gestaltet. Kräftige, tiefe Farbtöne tragen wesentlich zur Bildwirkung bei. Typisch für Anzingers Arbeitsweise ist die Verbindung unterschiedlicher Motive und stilistischer Ebenen. Unabhängig davon, ob die Darstellung eher abstrakt oder figurativ erscheint, bleibt die Malerei selbst stets das zentrale Anliegen. Technische Fragestellungen – Farbauftrag, Komposition und Linie – rücken ebenso in den Vordergrund seines Interesses. Auch in dieser Arbeit treten Form und Fläche, Körper und Raum in einen spannungsvollen Dialog. Inhaltlich hingegen lässt der Künstler dem Betrachter bewusst weite Interpretationsspielräume. Anzinger hat es nie als Aufgabe verstanden sein Werk zu interpretieren, nicht das Motiv war ihm Motivation, sondern das Malen an sich. Das Jahr 1982 markiert zudem einen biografischen Wendepunkt: Nach mehr als einem Jahrzehnt in Wien übersiedelte Anzinger gemeinsam mit seiner Ehefrau in die damalige Kunstmetropole Köln. Bereits früh erfuhr sein Werk institutionelle Anerkennung. 1997 wurde er zum Professor für Malerei an die Kunstakademie Düsseldorf berufen. Heute zählt Anzinger zu den bedeutendsten österreichischen Künstlern seiner Generation. (Sophie Höfer) Galerie Krinzinger; österreichische Privatsammlung Wild painting. Frohner und der Neoexpressionismus, Forum Frohner, Kunsthalle Krems, 24. Mai - 19. Oktober 2025, Krems. Siegfried Anzinger Der Herztöter 1982 acrylic on canvas; framed 194 x 346 cm signed and dated on the reverse: Anzinger, 1982 Galerie Krinzinger; private collection, Austria Wild painting. Frohner und der Neoexpressionismus, Forum Frohner, Kunsthalle Krems, May 24 - October 19, 2025, Krems. Galerie Krinzinger; private collection, Austria Wild painting. Frohner und der Neoexpressionismus, Forum Frohner, Kunsthalle Krems, May 24 - October 19, 2025, Krems.