Bidspirit auction | Franz Sedlacek: Landschaft mit Ruine
Franz Sedlacek: Landschaft mit Ruine - Franz Sedlacek Landschaft mit Ruine 1936 Aquarell auf Papier; gerahmt 30,2 x 41,2 cm (Blattmaß), 28 x 39 cm (Passep.-Ausschnitt) Monogrammiert und datiert rechts unten: fs / 1936 Rückseitig eigenhändig bezeichnet: Franz Sedlacek / Wien 1936 / ”Landschaft mit Ruine” österreichischer Privatbesitz, vom Vater der gegenwärtigen Eigentümerin direkt beim Künstler erworben Franz Sedlacek gehört zu den bedeutendsten Malern der österreichischen Kunst zwischen den Kriegen. Mit seinen magisch-fantastischen Bildschöpfungen stand er der Strömung der Neuen Sachlichkeit nahe und bewegte sich auf der Höhe der Kunst seiner Zeit. 1891 in Breslau geboren, kam Sedlacek im Alter von 6 Jahren mit seiner Familie nach Linz. Er wuchs in gutbürgerlichen Verhältnissen auf, besuchte in Linz die Mittelschule und übersiedelte dann nach Wien, um an der Technischen Hochschule Chemie zu studieren. 1921 erhielt er eine Stelle als Kustos für Chemische Industrie am Technischen Museum in Wien. Neben seiner bürgerlichen Existenz galt seine Passion der Kunst. Die Anfänge von Sedlaceks künstlerischem Schaffen liegen in der Graphik. Ab 1913 wurden Karikaturen und Zeichnungen in Zeitschriften, die sich der politischen und gesellschaftlichen Satire verschrieben hatten, veröffentlicht: zahlreiche Graphiken erschienen in der Wiener Zeitschrift ”Muskete” und im Münchner ”Simplicissimus”. Erst Anfang der 1920er Jahre wandte er sich dem Medium Malerei zu. 1927 wurde er Mitglied der Wiener Secession, zahlreiche Ausstellungen im In- und Ausland folgten. Die dreißiger Jahre entwickelten sich zu Sedlaceks produktivster künstlerischer Phase; seine künstlerischen Leistungen wurden mit wichtigen Auszeichnungen gewürdigt: 1933 bekam er die Österreichische Staatspreismedaille verliehen und 1937 erhielt er den Österreichischen Staatspreis. Die in Aquarell ausgeführte, rückseitig eigenhändig vom Künstler betitelte und 1936 datierte ”Landschaft mit Ruine” zeigt die charakteristischen Aspekte der Bildauffassung Franz Sedlaceks, der dem Thema Landschaft in seinem künstlerischen Schaffen besondere Aufmerksamkeit schenkte. Mehr als die Hälfte der im Werkverzeichnis der Gemälde erfassten Bilder ist dem Landschaftssujet gewidmet. In Sedlaceks weitläufigen Landschaften kann man mit den ”Augen spazieren gehen” (Franz Sedlacek in einem Brief, 27.12.1940, zitiert nach Hintner 1998, S. 111). So ist auch die vorliegende Landschaftsdarstellung aus klar geordneten Elementen komponiert, unser Blick wird durch gestaffelte Raumebenen kontinuierlich in die Tiefe geleitet. Neben einem die Landschaft bühnenartig rahmenden Baum, dessen Krone über den Bildrand hinauswächst, ist eine typische Sedlacek Figur platziert: der einsame Wanderer in Rückenansicht auf einem leicht erhöhten Hügel fungiert als Identifikationsgestalt für den Betrachter. Auf einem tiefer gelegten Fels ragt im Mittelgrund die titelgebende graue Ruine in die Höhe, während sich die Landschaft in der Mitte in die Ferne öffnet bis zum lichten Horizont, wo in hellem Blau eine Stadtsilhouette angedeutet wird. Der Gedanke an die romantische Vorstellung von Landschaft als Spiegel der Seele und Sehnsuchtsort liegt nahe. Sedlaceks Affinität zu Malern der Romantik, allen voran Caspar David Friedrich, wurde vielfach betont. Bereits 1929 fand in Linz die Ausstellung ”Neuromantik und Neue Sachlichkeit in Oberösterreich” mit Werken Sedlaceks statt. Die bewusste Rezeption der Bildtradition bildete einen wesentlichen Aspekt der künstlerischen Neuorientierung in jener Zeit zwischen den beiden Weltkriegen. (Claudia Mörth-Gasser) österreichischer Privatbesitz, vom Vater der gegenwärtigen Eigentümerin direkt beim Künstler erworben Franz Sedlacek Landschaft mit Ruine 1936 watercolour on paper; framed 30.2 x 41.2 cm (sheet size), 28 x 39 cm (cut-out) monogrammed and dated on the lower right: fs / 1936 inscribed by the hand of the artist on the reverse: Franz Sedlacek / Wien 1936 / ”Landschaft mit Ruine” private property, Austria, acquired directly from the artist by the current owner’s father private property, Austria, acquired directly from the artist by the current owner’s father