Bidspirit auction | Arik Brauer: Mondtag
Arik Brauer: Mondtag - Arik Brauer Mondtag 1964 Öl auf Sperrholz mit Acrylgrund; gerahmt 122 x 82 cm Signiert rechts unten: Brauer Rückseitig eigenhändig bezeichnet und datiert: Brauer Paris 1963 / ”Mond-Tag” Rückseitig Etiketten Kestner-Gesellschaft Hannover 1965 sowie Gusfield-Glimer Galleries Northbrook, Illinois sowie Stempel Galerie Peithner Lichtenfels Galerie Peithner Lichtenfels, Wien; Gusfield-Glimer Galleries, Northbrook, Illinois; Hindman Auctions, Chicago, Illinois, 11.12.2019, Nr. 68; österreichischer Privatbesitz 1965 Hannover, Kestner-Gesellschaft (rückseitiges Klebeetikett), 10.03.-04.04. Brauer, Verlag Galerie Welz, Salzburg 1973, Titelbild; Harenberg (Hg.), Arik Brauer, Werkverzeichnis, Bd. 1 der Luxusausgabe in drei Bänden, Dortmund 1984, WV-Nr. Öl 141, S. 242, Abb. S. 243; Franz Smola (Hg.)/Alexandra Matzner (Hg.), Arik Brauer. Gesamt.Kunst.Werk (Kat. Ausst. Leopold Museum Wien, Wien 2014/2015), Wien 2014, S. 20 (Foto von Arik Brauer vor dem Gemälde ”Mondtag”) Dieses bedeutende frühe Werk von Arik Brauer ist 1964 in Paris entstanden. Im selben Jahr wird eine Einzelausstellung in der Galerie Flinker in Paris zu einem Riesenerfolg und bereits vor der Eröffnung komplett ausverkauft. Von dem Erlös aus den Verkäufen erwirbt der Künstler ein Haus in Ein-Hod im Norden Israels. In dieser Zeit setzt auch ein stilistischer Wandel im Werk ein. Kräftigere, bunte Farben lösen die erdigen Töne früherer Jahre ab. Brauer selbst erklärt diese Veränderung in seiner Kunst mit nächtlichen Beobachtungen am Strand von Haifa: ”Es besteht für mich kein Zweifel, daß die Sommernächte in Israel dem sehr nahekommen, was ich mir unter Paradies vorstelle. Ich sitze inmitten von diesem Schimmern und Säuseln, schwarzgrünem Glänzen und Duften.” (Arik Brauer in: Johann Muschik, Die Wiener Schule des Phantastischen Realimus, München-Gütersloh-Wien 1974, S. 69) Die Ausführung des großen Ölbildes ist zeitlich vor der Mondlandung im Jahr 1969 anzusiedeln. Allerdings war zu dieser Zeit bereits bekannt, dass die NASA eine solche plante. ”We choose to go to the Moon” lässt John F. Kennedy im September 1962 verlautbaren. Es war also sicherlich ein Thema, das auch Arik Brauer beschäftigte. Es ist auch heute noch eine faszinierende Vorstellung, dass wir Menschen zu fernen Planeten und Galaxien fliegen können, um dort fremde Zivilisationen zu erforschen. Seltsame Flugobjekte und überdimensionale Insekten umkreisen Arik Brauers Mond, der vor Leben zu pulsieren scheint. Tiefe Krater öffnen sich und geben den Blick auf tiefschwarze Strukturen frei, in denen Keimzellen von fremdem Leben heranreifen. Ein seltsames rotes Gebilde klammert sich im oberen Teil des Mondes fest, darunter ist ein hellrosa, wurmähnliches Wesen zu sehen. Der Erdtrabant ist umgeben von energetischen Feldern, die wie bewegte Tentakel ins All ragen. Dazwischen erkennen wir kleine architektonische Gebilde und biomorphe Strukturen, die verborgen zwischen den Tentakeln die Oberfläche besiedeln. Dieser Mond ist nicht leblos, er vibriert geradezu vor Leben und bietet zahlreichen Organismen ein scheinbar lebenswertes Habitat. Unterhalb der das Bild beherrschenden Mondkugel blicken wir auf die smaragdgrüne Erdoberfläche. Von hier sind die Flugobjekte gestartet und weitere lauern in Position. Winzige Menschenfiguren laufen aufgeregt um die Raumschiffe herum, unbeeindruckt und ohne Furcht vor den riesigen Insekten, die den Luftraum über ihnen beherrschen und grell leuchtend in die Atmosphäre hinaufsteigen. In den Bildern Arik Brauers ist nicht alles deutbar und erklärbar und gerade diese geheimnisvolle Aura ist es, die den großen Reiz seiner Bilder ausmacht. (Sophie Cieslar) Galerie Peithner Lichtenfels, Wien; Gusfield-Glimer Galleries, Northbrook, Illinois; Hindman Auctions, Chicago, Illinois, 11.12.2019, Nr. 68; österreichischer Privatbesitz 1965 Hannover, Kestner-Gesellschaft (rückseitiges Klebeetikett), 10.03.-04.04. Brauer, Verlag Galerie Welz, Salzburg 1973, Titelbild; Harenberg (Hg.), Arik Brauer, Werkverzeichnis, Bd. 1 der Luxusausgabe in drei Bänden, Dortmund 1984, WV-Nr. Öl 141, S. 242, Abb. S. 243; Franz Smola (Hg.)/Alexandra Matzner (Hg.), Arik Brauer. Gesamt.Kunst.Werk (Kat. Ausst. Leopold Museum Wien, Wien 2014/2015), Wien 2014, S. 20 (Foto von Arik Brauer vor dem Gemälde ”Mondtag”) Arik Brauer Mondtag 1964 oil on plywood with an acrylic primer; framed 122 x 82 cm signed on the lower right: Brauer inscribed and dated by the hand of the artist on the reverse: Brauer Paris 1963 / ”Mond-Tag” labels of Kestner-Gesellschaft Hannover 1965 and Gusfield-Glimer Galleries Northbrook, Illinois as well as stamp of Galerie Peithner Lichtenfels, on the reverse Galerie Peithner Lichtenfels, Vienna; Gusfield-Glimer Galleries, Northbrook, Illinois; Hindman Auctions, Chicago, Illinois, 11.12.2019, no. 68; private property, Austria 1965 Hannover, Kestner-Gesellschaft (label on the reverse), 10.03.-04.04. Brauer, Verlag Galerie Welz, Salzburg 1973, cover illustration;