Bidspirit auction | Josef Hoffmann: Brosche


Josef Hoffmann: Brosche - Josef Hoffmann Brosche Wiener Werksätte, 1911 Silber, Malachite; rückseitig gemarkt mit ”WW”, Dianakopfpunze, Kontrollamtszeichen ”A”, Rosenmarke und Entwerfermonogramm ”JH” 3,5 x 5,4 cm Wiener Werkstätte-Archiv, MAK Wien, Inv.-Nr. WWF 95-142-7 (zeitgenössisches Foto) Unsere Brosche hat Josef Hoffmann 1911 entworfen, in einer Zeit eines größeren Umbruchs und einer künstlerischen Übergangsphase, in der es nicht mehr rein stereometrische Formen gab und er nicht mehr unter dem Einfluss Koloman Mosers stand, aber auch noch nicht im Sog des Bauhausstils oder unter dem Eindruck von Dagobert Peches überbordenden Kreationen. Die Schmuckstücke, die Hoffmann in dieser Zeit entworfen hat, sehen nicht mehr so architektonisch komponiert aus, wie die in den Jahren zuvor geschaffenen kunstgewerblichen Objekte, sie sehen auch nicht mehr aus, als müssten sie stilistisch zum – alles beherrschenden – Palais Stoclet passen, sie muten viel mehr an, als ginge es Hoffmann um eine Auflösung seiner strengen Kompositionsgrundsätze, bis hin zu einer spielerischen Unordnung. Wirklich weit durfte diese Unordnung bei dem unglaublich akribisch arbeitenden Hoffmann aber nicht gehen, daher ließ er die in dem zentralen Quadrat unseres Schmuckstückes ungeordnet schwebenden Dreiecke mit den gleichen Halbedelsteinen versehen, wie die beiden die quadratische Form auflösenden seitlichen Balken. Er hat es sichtlich nicht übers Herz gebracht, die Räume zwischen den drei scheinbar chaotisch schwebenden Dreiecken leer zu lassen, sie wurden mit Blättern und Ranken, wie Hoffmann sie bei unzähligen anderen Kunstwerken eingesetzt hat, verziert. Damit erhielt das Schmuckstück die von Hoffmann Zeit seines Schaffens angestrebte Balance zwischen streng stereometrischen ”maskulinen” und attraktiv geschwungenen, ”femininen” Elementen. (EP) Wiener Werksätte, 1911 Wiener Werkstätte-Archiv, MAK Wien, Inv.-Nr. WWF 95-142-7 (zeitgenössisches Foto) Josef Hoffmann Brooch Wiener Werksätte, 1911 silver, malachite; marked on the reverse with ”WW”, Diana head hallmark, control mark ”A”, rose mark and designer monogram ”JH” 3.5 x 5.4 cm Wiener Werkstätte archive, MAK Vienna, Inv.-no. WWF 95-142-7 (contemporary photograph) Unsere Brosche hat Josef Hoffmann 1911 entworfen, in einer Zeit eines größeren Umbruchs und einer künstlerischen Übergangsphase, in der es nicht mehr rein stereometrische Formen gab und er nicht mehr unter dem Einfluss Koloman Mosers stand, aber auch noch nicht im Sog des Bauhausstils oder unter dem Eindruck von Dagobert Peches überbordenden Kreationen. Die Schmuckstücke, die Hoffmann in dieser Zeit entworfen hat, sehen nicht mehr so architektonisch komponiert aus, wie die in den Jahren zuvor geschaffenen kunstgewerblichen Objekte, sie sehen auch nicht mehr aus, als müssten sie stilistisch zum – alles beherrschenden – Palais Stoclet passen, sie muten viel mehr an, als ginge es Hoffmann um eine Auflösung seiner strengen Kompositionsgrundsätze, bis hin zu einer spielerischen Unordnung. Wirklich weit durfte diese Unordnung bei dem unglaublich akribisch arbeitenden Hoffmann aber nicht gehen, daher ließ er die in dem zentralen Quadrat unseres Schmuckstückes ungeordnet schwebenden Dreiecke mit den gleichen Halbedelsteinen versehen, wie die beiden die quadratische Form auflösenden seitlichen Balken. Er hat es sichtlich nicht übers Herz gebracht, die Räume zwischen den drei scheinbar chaotisch schwebenden Dreiecken leer zu lassen, sie wurden mit Blättern und Ranken, wie Hoffmann sie bei unzähligen anderen Kunstwerken eingesetzt hat, verziert. Damit erhielt das Schmuckstück die von Hoffmann Zeit seines Schaffens angestrebte Balance zwischen streng stereometrischen ”maskulinen” und attraktiv geschwungenen, ”femininen” Elementen. (EP) Wiener Werksätte, 1911 Wiener Werkstätte archive, MAK Vienna, Inv.-no. WWF 95-142-7 (contemporary photograph)