Bidspirit auction | Josef Hoffmann: Brosche


Josef Hoffmann: Brosche - Josef Hoffmann Brosche Entwurf: Wiener Werkstätte, 1908, Ausführung: Eugen Pflaumer, 1908-09 Silber, Gold, Lapislazuli, Malachit, Schmuckstein-Cabochons; rückseitig gemarkt mit Entwerfermonogramm ”JH”, Dianakopfpunze, Wiener Kontrollamtszeichen, ”WW” und Rosenmarke 5,4 x 5,2 cm Privatbesitz Großbritannien Wiener-Werkstätte-Archiv, MAK Wien, Modell-Nr. G 1036, Inv.-Nr. WWE 14-11 (Entwurf), Modellbuch WWMB 66 – G3, S. 1036 Vor etwa 11 Jahren haben wir ein weiteres Exemplar dieses Modells mit großem Erfolg versteigert. Damals haben wir unter anderem Folgendes geschrieben: Die Brosche erinnert frappant an einen Teil der in den Garten gerichteten Fassade des Palais Stoclet (Abbildung 1). Das erklärt auch, warum dieses Schmuckstück auf den Betrachter einen derart durchkonstruierten Eindruck macht. Durch die im oberen Bereich zwischen den Malachiten angebrachten Weinranken erhält es eine räumliche Tiefe und Dreidimensionalität. Mit einem Preis von 400 Kronen hat diese Brosche im Jahr 1909 zu den teuersten von der Wiener Werkstätte verkauften Schmuckstücken gezählt. Glaubt man dem Modellbuch der WW, so sind diese Kunstwerke allesamt von dem Goldschmied Eugen Pflaumer angefertigt worden. Pflaumer war von 1903 bis 1906 bei der WW als Goldschmied(meister) angestellt, ab 1907 fungierte er als Lehrer für angewandte Goldschmiede in Gablonz, hat aber weiterhin ausgesuchte Schmuckstücke für die WW ausgeführt. Etwa 6 Jahre nach der Verfassung dieses Textes sind Geschäftsbücher und interne Abrechnungsaufzeichnungen Eugen Pflaumers aufgetaucht, die diese Aussagen sehr gut ergänzen: Neben einer akkuraten Werkszeichnung, die der im MAK-Archiv enthaltenen originalen Entwurfszeichnung Josef Hoffmanns in allen wesentlichen Details gleicht, finden wir dort exakte Aufzählungen der verarbeiteten Edelmetalle und Halbedelsteine, eine genaue Angabe der Preise des verarbeiteten Materials, eine verschlüsselte Angabe der Arbeitszeit und der von Pflaumer verrechneten Gesamtpreise (Abbildung 2). Es finden sich auch eindeutige Nachweise, dass Pflaumer drei Exemplare unserer Brosche hergestellt hat sowie deren Lieferdatum und die Zeitpunkte ihrer Bezahlung. Ein Vergleich der auf den Broschen sichtbaren Punzen veranschaulicht, dass die von uns vor 11 Jahren versteigerte später als die von uns jetzt Angebotene hergestellt worden sein muss, denn sowohl die Rosenmarke, als auch das Entwerfermonogramm weisen winzige, aber doch eindeutig sichtbare unterschiedliche Abnützungsspuren auf. Mit anderen Worten: Unsere jetzt angebotene Brosche ist die erste von dreien. In unserer 107. Jugendstilauktion haben wir über unsere Brosche gesagt: Schmuck, das war nach Auffassung der Gründer der Wiener Werkstätte deren handwerkliche Krönung; von essentieller Bedeutung war der gleichwertige Beitrag des Entwerfers und des handwerklichen Ausführers. Charakteristisch für die frühen Schmuckentwürfe Josef Hoffmanns war ihre strenge Komposition, ihre Gliederung in tragende und getragene Bestandteile, so als habe es gegolten, ein Bauwerk zu entwerfen. Allen diesen Grundsätzen gehorcht auch die von uns jetzt angebotene Brosche. Sie ist ein Höhepunkt der Juwelierkunst der WW, ein Exemplar aus der klassizistischen Schaffensphase Josef Hoffmanns. Wer ihr ursprünglicher Käufer gewesen ist, wissen wir nicht. Den Einbringern ist lediglich bekannt, dass ihre Mutter sie vor mehr als 50 Jahren in Großbritannien gekauft hat. (EP) Entwurf: Wiener Werkstätte, 1908, Ausführung: Eugen Pflaumer, 1908-09 Privatbesitz Großbritannien Wiener-Werkstätte-Archiv, MAK Wien, Modell-Nr. G 1036, Inv.-Nr. WWE 14-11 (Entwurf), Modellbuch WWMB 66 – G3, S. 1036 Josef Hoffmann Brooch Design: Wiener Werkstätte, 1908, Execution: Eugen Pflaumer, 1908-09 silver, gold, lapis lazuli, malachite, gemstone cabochons; marked on the reverse with designer monogram ”JH”, Diana head hallmark, Viennese control mark, ”WW” and rose mark 5.4 x 5.2 cm private collection, United Kingdom Wiener-Werkstätte archive, MAK Vienna, model no. G 1036, Inv.-no. WWE 14-11 (design), model book WWMB 66 – G3, p. 1036 Around 11 years ago, we successfully auctioned another example of this model. At the time, we wrote, among other things: The brooch bears a striking resemblance to a section of the facade of the Palais Stoclet facing the garden (Figure 1). This also explains why this piece of jewellery gives the viewer such a meticulously crafted impression. The vine tendrils set between the malachite stones in the upper section lend it a sense of spatial depth and three-dimensionality. With a price of 400 crowns, this brooch was among the most expensive pieces of jewellery sold by the Wiener Werkstätte in 1909. If one is to believe the WW’s catalogue of designs, these works of art were all crafted by the goldsmith Eugen Pflaumer. Pflaumer was employed by the WW as a goldsmith (master) from 1903 to 1906, from 1907 onwards, he worked as a teacher of applied goldsmithing in Gablonz,