Bidspirit auction | [Abbildung] Richard Knötel (1857–1914). Reiter-Schlachtenszene.
[Abbildung] Richard Knötel (1857–1914). Reiter-Schlachtenszene. Deutschland. Wende 19./20. Jahrhundert. Technik: Graphitstift, schwarze Tusche und Feder auf Bristol-Karton. Maße: 35 x 30 cm (Rahmen), 21,5 x 16,7 cm (Lichtmaß). Zustand: Sehr gut, der Träger ist minimal gebräunt; gerahmt mit Passepartout. In der rechten unteren Ecke des Trägers befindet sich ein geprägter Ovalstempel mit Krone (Herstellerzeichen des Bristol-Kartons). Signatur: Rechts unten im Bild eigenhändig signiert: „R. Knötel“. Unterhalb der Darstellung befinden sich schwer leserliche Notizen in Graphitstift (in deutscher Sprache) sowie typografische Vermerke. Einordnung: Das Sujet, die Bildgestaltung auf dem Blatt sowie die zeichnerischen Besonderheiten lassen darauf schließen, dass es sich um eine Vorlage für eine der historischen Publikationen handelt, an denen der Künstler arbeitete. Originalgrafiken von Richard Knötel sind von großer Seltenheit. In russischen Museumssammlungen ist das Werk des Künstlers vorwiegend durch Lithografien vertreten. Auch auf internationalen Auktionen tauchen Originalzeichnungen Knötels nur selten auf. Werke des Künstlers befinden sich unter anderem in folgenden Sammlungen: — Gemäldegalerie Berlin, — Akademie der Künste, Berlin, — Kupferstichkabinett und Kunstbibliothek, Berlin, — Gemäldegalerie Dresden. Zur Person: Richard Knötel (1857–1914) war ein bedeutender deutscher Schlachtenmaler, Illustrator, Professor für Malerei und einer der Begründer der modernen Uniformkunde. Er erhielt seine Ausbildung an der Berliner Akademie der Künste. Er widmete sich der Schlachtenmalerei und etablierte sich schnell als begabter Illustrator militärhistorischer Fachbücher. Seine Gemälde „Garcia Hernandez“ und „Friedrich der Große bei der Schlacht von Reichenbach“ wurden vom deutschen Kaiser erworben. Zeitgenossen schätzten ihn als den führenden Experten für historische Militärkostüme weltweit. Nach seinem Studium begann er eine umfangreiche Sammlung militärhistorischer Literatur aufzubauen. Auf Basis dieser Quellen schuf er eine enorme Anzahl an Illustrationen europäischer Uniformen vom 17. bis zum frühen 20. Jahrhundert. Sein Hauptwerk, das „Handbuch der Uniformkunde“, umfasst zahlreiche detaillierte Darstellungen der deutschen Staaten. Ab 1900 gab er die monatlich erscheinende Zeitschrift „Uniformkunde“ heraus. Die darin enthaltene monumentale Sammlung von Grafiken gilt bis heute als grundlegendes Quellenwerk zur europäischen Militärgeschichte. Zusammen mit seinem Freund, dem Schlachtenmaler Carl Röchling, verfasste und illustrierte er zudem mehrere Kinderbücher zur deutschen Militärgeschichte. Neben seinen uniformkundlichen Arbeiten hinterließ der Künstler auch bedeutende monumentale Schlachtenreigen auf Leinwand. Expertise: Beratung durch D. V. Sergejewa (Expertin des Allrussischen Forschungs- und Restaurierungszentrums „I. E. Grabar“, Expertin des Kulturministeriums der Russischen Föderation für Kulturgüter, Restauratorin für Grafik der III. Kategorie).