Bidspirit auction | Johann Anton Castell
Johann Anton Castell - Johann Anton Castell ”Blick auf Dresden vom Wolfshügel”. Wohl 1861.. Johann Anton Castell 1810 Dresden – 1867 ebenda Ligiert signiert und datiert u.li. ”ACastell 186(1?)”. Verso an der u. Keilrahmenleiste betitelt. In einem goldfarbenen Stuckrahmen mit Eckkartuschen im Stil des Hochbiedermeiers gerahmt. In Dresden als dem Hauptort der deutschen romantischen Malerei hat sich der Geist dieser Bewegung am eindrücklichsten in der Landschaftsmalerei verwirklicht. Das kulturelle Klima der sächsischen Residenzstadt sowie ihre landschaftliche Umgebung begünstigten diese Entwicklung. Als der norwegische Maler Johan Christian Clausen Dahl 1818 nach Dresden kam, begeisterte er viele junge Künstler und leitete eine neue Phase der romantischen Malerei ein. Auch Johann Anton Castell gehörte zu seinen Schülern. Das Motiv des vorliegenden Gemäldes zählt zu den wichtigsten im malerischen Oeuvre des Künstlers. In verschiedenen Varianten malte er immer wieder Ansichten seiner Heimatstadt Dresden aus der Ferne, eingerahmt von einer pittoresken Naturkulisse und in stimmungsvollem Licht. Auch hier eröffnet sich dem Betrachter das im Sonnenuntergang erglänzende Elbtal, während sich von rechts im Vordergrund ein einsamer Wanderer mit seinem Hund nähert. Dahinter eine Reihe von Kiefern, die zusammen mit großen Felsbrocken, Baumstümpfen und dem nach hinten hin sanft ins Tal abfallenden Hang die Landschaft bilden. Im Mittelgrund links leuchtet hell das damals erst kürzlich, zwischen 1850 und 1854, erbaute repräsentative Schloss Albrechtsberg. Lit.: Hans Joachim Neidhardt: Die Malerei der Romantik in Dresden. Leipzig, 1976. Fachgerecht restaurierter Zustand. Malschicht mit mehreren größeren Retuschen an ehemaligen Fehlstellen. Unscheinbares Alterskrakelee. Falzbereich mit leichter Farbveränderung. Bildträger verso fleckig. Keilrahmen mit Verfärbungen und kleinen Verlusten im Holz. Der Rahmen mit vereinzelten Fehlstellen im Stuck. Maße: 45 x 61,5 cm, Ra. 62 x 79 cm. Johann Anton Castell 1810 Dresden – 1867 ebenda Deutscher Landschaftsmaler. 1827 Aufnahme in die Landschaftsklasse der Dresdner Kunstakademie, ab 1829 Schüler J. C. Clausen Dahls. Anton Castell malte vorrangig Motive Dresdens und der näheren Umgebung. Wenige Reisen führten ihn nach Böhmen und Österreich. Stilistisch sind die Einflüsse Dahls spürbar. Castell gehörte zu einer großen Gruppe von Dahl-Schülern (u.a. Ernst Ferdinand Oehme und Christian Friedrich Gille), die wirklichkeitsverbundene Landschaften malten. Castell, der bereits zu Lebzeiten ein erfolgreicher Künstler war, wurde zudem durch Caspar David Friedrich inspiriert.