Bidspirit auction | Josef Hegenbarth


Josef Hegenbarth - Josef Hegenbarth ”Karneval”. Um 1925.. Josef Hegenbarth 1884 Böhmisch Kamnitz – 1962 Dresden-Loschwitz Distemper auf Malpappe. U.li. in Tusche signiert ”Josef Hegenbarth”. Verso mit einem Entwurf zu ”Erlkönig”, um 1925, in Leimfarben und Tusche, in Blei betitelt, datiert ”vor [19]45” und mit der Inventarnummer ”1263” des Josef-Hegenbarth-Archivs versehen. In den re. Blattecken von fremder Hand datiert (?) ”1928” und nummeriert ”13”. Im Passepartout hinter Glas in einer profilierten Leiste gerahmt. WVZ Zesch B III 824. Provenienz: Ostdeutscher Privatbesitz; Verkaufsgenossenschaft Bildender Künstler Berlin; Privatbesitz; Nachlass Josef Hegenbarth – Hanna Hegenbarth. Zur Farbgebung vgl. ”Revue” 1927, Aquarell und Leimfarbe, 37 x 48,2 cm, WVZ Zesch C IV 506. Zum rückseitigen Motiv: Illustration der lyrischen Ballade ”Erlkönig” von Johann Wolfgang von Goethe. Dargestellt ist der reitende Vater mit seinem sterbenden Kind, umgeben vom geisterhaften Erlkönig und seinen Töchtern in Gestalt von Luftgeistern. Vgl. motivisch ”Erlkönig” 1918, Aquarell mit Leimfarbe, 36 x 45 cm, WVZ Zesch B VII 508, sowie ”Erlkönig (nach Johann Wolfgang v. Goethe)” 1916/19, Kaltnadelradierung, 25,5 x 32 cm, WVZ Lewinger 3, Abb. 66. Wir danken Herrn Ulrich Zesch, Stuttgart, für freundliche Hinweise. Bildträger minimal gewellt, die u. Ecken mit kleinsten Stauchungen. Malschicht sehr unscheinbar kratzspurig und berieben. Maltechnikbedingt punktförmige Kreideeinschlüsse, diese partiell unscheinbar mit Wischspuren. Ein winziger Flüssigkeitsfleck unterhalb der Signatur. Verso mit Spuren mehrerer Montierungen, teils mit leichten Materialverlusten, recto nicht sichtbar. Rahmen mit kleineren Läsionen. Maße: 36,4 x 48,7 cm, Ra. 55,5 x 70,5 cm. Josef Hegenbarth 1884 Böhmisch Kamnitz – 1962 Dresden-Loschwitz Zunächst Ausbildung bei seinem Cousin, dem Tiermaler Emanuel Hegenbarth. 1909–15 Studium an der Kunstakademie Dresden bei Carl Bantzer, Oskar Zwintscher und Gotthardt Kuehl, dessen Meisterschüler. 1916–19 Aufenthalt in Prag, Mitbegründer der Prager Secession. Ab 1919 freischaffend in Dresden tätig und Mitglied der Dresdner Künstlervereinigung. Ab 1924 Mitarbeiter an der Zeitschrift ''Jugend'', ab 1925 beim ''Simplicissimus''. 1936 als ”entartet” diffamiert, ein Jahr später wurden zwölf Arbeiten beschlagnahmt. 1943–45 in Böhmisch-Kamnitz, Verlust eines Teils seines Werkes durch Kriegsfolgen. 1945 wieder in Dresden, 1946 angestellt an der Schule für Werkkunst, 1947–49 Professor an der Hochschule für Bildende Künste Dresden. Hegenbarth fand zu Lebzeiten mit expressiv-kongenialen Illustrationen zu zahlreichen Werken der Weltliteratur auf beiden Seiten des getrennten Deutschlands als einer der bedeutendsten deutschen Illustratoren Anerkennung.