Bidspirit auction | Wilhelm Rudolph


Wilhelm Rudolph - Wilhelm Rudolph, Straßenarbeiter. Um 1919.. Wilhelm Rudolph 1889 Hilbersdorf b. Chemnitz – 1982 Dresden Oil on canvas. Signiert ”W. Rudolph.” u.re. Verso mit dem Bildnis einer jungen Frau in Öl. In einer graugrün lasierten, profilierten Leiste gerahmt. Vgl. stilistisch: ”Im Eisenbahnabteil IV. Klasse”, um 1914/1918, Öl auf Leinwand, Städtische Kunstsammlungen Chemnitz, InvNr. 837. ”Junge Hirschkuh”, vor 1920, Tempera auf Leinwand, und ”Pferdefuhrwerk in blauer Landschaft”, 1919, Öl auf Leinwand, abgebildet in: Wilhelm Rudolph. Das Phantastischste ist die Wirklichkeit. Malerei und Holzschnitte. 2014. S. 32 und S. 35. Eindrückliches, seltenes Frühwerk, in welchem Bezüge zum malerischen Œuvre Albin Egger-Linz'' mit seinen zum Teil ungeschlachten Figuren spürbar sind. Egger-Linz war im Jahr 1912 mit 12 Hauptwerken im Rahmen der Großen Kunstausstellung in Dresden zu sehen. Die wuchtige Gestalt im Gemälde Rudolphs, die Verbindung von malerischen und grafischen Elementen, insbesondere der kräftigen Konturierung zeigen eindeutige Bezüge zum reifen Werk des seit 1899 in Wien lebenden Künstlers. Zum malerischen Werk Wilhelm Rudolphs vgl. Martin Schmidt: Wilhelm Rudolph. In Licht und Dunkelheit des Lebens und der Natur. Dresden 2003. sowie Herbert Eichhorn, Gisbert Porstmann, Ralf Gottschlich, Johannes Schmidt (Hrsg.): Wilhelm Rudolph, Das Phantastischste ist die Wirklichkeit. Malerei und Holzschnitte. Bielefeld 2014. S. 15–23. Bildträger im Bereich der Landstraße o. mit leichter Deformation. Firnis vereinzelt mit etwas unterschiedlichem Oberflächenglanz, im Falzbereich mit drei sehr kleinen matten Bereichen o. und li. Wenige kleine Retuschen am o. Bildrand. Keile des Keilrahmens ergänzt. Maße: 38 x 50 cm, Ra. 50,5 x 60,5 cm. Wilhelm Rudolph 1889 Hilbersdorf b. Chemnitz – 1982 Dresden Maler, Holzschneider, Grafiker und Zeichner. 1906 Lithografenlehre. 1908–14 an der Dresdner Akademie Meisterschüler von Robert Sterl und Carl Bantzer. Im Ersten Welrkrieg Infanterist an der Westfront. 1919–32 freischaffend in Dresden. Entwicklung vom Spätimpressionismus, über den Expressionismus, zur Neuen Sachlichkeit. 1923–25 Mitglied der KPD. Vorstand der Künstlervereinigung Dresden. Ausstellungen u. a. bei den Dresdner Galerien Emil Richter (1924) und Fides (1931). 1931–32 Mitglied der NSDAP. 1932 Berufung zum Professor. 1933 Eintritt in die SA, dennoch im Dresdner Ableger der Ausstellung ”Entartete Kunst” geschmäht. Entfernung seiner Werke aus den deutschen Museen ab 1937. 1939 Entlassung aus der Professur. Ausbombung bei den Luftangriffen auf Dresden 1945. 1946–49 Professor für Malerei und Graphik an der Akademie der Bildenden Künste Dresden. Nach der erzwungenen Entlassung freischaffend tätig als unbequemer Außenseiter mit zahlreichen Ausstellungen im Ausland.