Bidspirit auction | Carl Vinnen
Carl Vinnen - Carl Vinnen, Hafen. Vor 1909.. Carl Vinnen 1863 Bremen – 1922 München Oil on cardboard. U.li. signiert ”C. Vinnen”. Verso mit dem schwach lesbarem Künstlerstempel ”CARL VINNEN Landwehrstraße […]” sowie drei alten, übereinander geklebten Ausstellungsetiketten. Das u., fast vollständig überklebte Etikett, wohl von der Großen Berliner Kunstausstellung 1909. Das zweite typografisch nummeriert ”2138” sowie in blauem Farbstift fragmentarisch bezeichnet ”Vinn[en]”. Auf dem o. Etikett des Möbelspediteurs ”Julius Schumacher, Hamburg 27” typografisch bezeichnet, darunter in Feder bezeichnet ”Hartje” und nummeriert ”47”. In einer profilierten goldfarbenen Holzleiste mit cremeweißem und goldfarbenem Einleger gerahmt. Auf der Großen Berliner Kunstausstellung 1909 wurden einige Gemälde Vinnens ausgestellt, deren Titel hier passen könnte ”Hafen”, ”Bei Cuxhaven” oder ”Hafen. Skizze”, vgl. Grosse Berliner Kunstausstellung. Katalog. Berlin, 1909. S. 81. Ferner existiert eine ”Abendskizze” (1908), die ein ähnliches Ensemble aus ähnlicher Perspektive zeigt, abgebildet in Jeddeloh-Sayk/Elze 1995, S. 88. Diese Art Küstenbilder malte Vinnen erst ab 1909, als er sich länger in Cuxhaven aufhielt, und sie spiegeln eindrücklich das Erleben der frischen Nordseeluft wieder, vgl. ebd., S. 30–34. Almuth zu Jeddeloh-Sayk, Peter Elze (Hrsg.): Carl Vinnen: Katalog zur Ausstellung im Barkenhoff Worpswede. Lilienthal 1995. Ecken des Bildträgers leicht aufgefasert sowie am o. Rand partiell etwas gestaucht. Malschicht mit vereinzelten, teils matten und partiell farbfalschen Retuschen, insbes. in der Ecke o.re. Wenige Bereiche frühschwundrissig. Verso randumlaufend mit Resten einer älteren Papiermontierung. Maße: 38 x 44,2 cm, Ra. 49,9 x 55,4 cm. Carl Vinnen 1863 Bremen – 1922 München Deutscher Maler. Nach seiner Schulzeit zunächst einige Zeit in der Reederei seines Vaters kaufmännisch tätig. Ab 1886 Studium an der Kunstakademie Düsseldorf, ab 1888 in Karlsruhe. In Düsseldorf über die Künstlerverbindung ”Tartarus” Kontakt zu Fritz Mackensen und Otto Modersohn. Vinnen lebte auf dem Familiengut Osterndorf bei Beverstedt und galt in den Anfangsjahren als wichtiges Mitglied der 25 Kilometer entfernten Künstlerkolonie Worpswede. Später zunehmende Distanzierung von der Worpsweder Künstlergemeinschaft. 1908 Umzug nach Cuxhaven, 1912 nach München. Frühes Mitglied im Deutschen Künstlerbund. Vinnens Werk ist geprägt von einer monumentalen Naturauffassung, die er in Moorlandschaften ebenso zeigt wie in Meeresdarstellungen.