Bidspirit auction | Christian Wilhelm Ernst Dietrich, gen.
Christian Wilhelm Ernst Dietrich, gen. Dietricy - Christian Wilhelm Ernst Dietrich, gen. Dietricy ”Wandernde Musikanten”. 1745.. Christian Wilhelm Ernst Dietrich, gen. Dietricy 1715 Weimar – 1774 Dresden Adriaen van Ostade 1610 Haarlem – 1685 ebenda Cornelis Visscher II 1629 Haarlem – 1658 Amsterdam Johann Georg Wille 1715 Biebertal b. Gießen – 1808 Paris Oil on canvas. Unsigniert. In einem goldfarbenen, klassizistischen Rahmen mit Akanthusapplikationen. Das vorliegende Gemälde steht an fünfter Position einer langen Rezeptionskette. An erster Stelle steht der bekannte Genremaler Adriaen van Ostade und sein Gemälde ”Wandernde Musikanten” (Privatbesitz). Dieses wurde im Druck von Cornelis Visscher II verbreitet (z.B. British Museum, 36,6 x 30,6 cm, 1839,0413.188) . Einer der Abzüge diente wiederum dem Dresdner Hofmaler Dietrich als Vorlage, der diese leicht abwandelte und um Figuren bereicherte. Dietrichs ”Wandernde Musikanten” befinden sich heute in der National Gallery London (1745, 43,3 x 33 cm, Öl auf Holz, NG205). Es war ursprünglich jedoch im Besitz seines Freundes Johann Georg Wille, der nach der Tafel einen Kupferstich anfertigte (z.B. SKD, Pl. 48,6 x 35,2 cm, InfNr. A 23090 a). Mit ziemlicher Sicherheit diente einer der Kupferstiche dem Maler des vorliegenden Gemäldes als Vorlage, wo ebenfalls ein Seil um das Fass u.li. gewickelt ist und das Gefäß darauf seltsam verformt erscheint. Beides ist in der Londoner Tafel nicht der Fall. Literatur: Andrzej Chudzikowski: Pastiches in the Works of Christian Wilhelm Ernst Dietrich, in: Bulletin du musée national de Varsovie 7 (1966), S. 118f. Petra Michel: Christian Wilhelm Ernst Dietrich (1712 – 1774) und die Problematik des Eklektizismus. München 1984, S. 150f. Petra Schniewind Michel: Christian Wilhelm Ernst Dietrich, genannt Dietricy : 1712 – 1774. München 2012, S. 153f. Michael Levy, The German School (National Gallery Catalogues), London 1959, S. 24. Leinwand neu aufgespannt, an den Seiten jeweils 10 mm formatverkleinert. Schollenbildung u.Mi. mit punktuellem Malschichtverlust durch Fremdkörper dahinter. Retuschen im Randbereich. Rahmen mit geöffneter Gehrung und Trocknungsrissen im Stuck, überfasst und wohl formatverkleinert. Maße: 48,5 x 35 cm, Ra. 63,5 x 50 cm. Christian Wilhelm Ernst Dietrich, gen. Dietricy 1715 Weimar – 1774 Dresden Bruder der Maria Dorothea Wagner. 1724 Ausbildung durch den Landschaftsmaler Alexander Thiele. Nach einer längeren Reise, die ihn ab 1734 möglicherweise auch in die Niederlande führte, 1741 Ernennung zum Hofmaler Augusts III. 1743 Studienreise nach Italien, 1748 Ernennung zum Inspektor der Dresdner Galerie. 1764 Professor an der Dresdner Kunstakademie. Bis 1770 Leitung der Kunstschule der Meißner Porzellanmanufaktur.