Bidspirit auction | Johann Martin Niederée


Johann Martin Niederée - Johann Martin Niederée ”Die Nonne auf dem Friedhof”. 1851.. Johann Martin Niederée 1830 Linz am Rhein – 1853 Berlin Paul Kaufmann 1856 Bonn – 1945 Berlin Oil on canvas. U.re. signiert ”M. Niedere”. WVZ Kaufmann 24. Provenienz: Norddeutsche Privatsammlung; vormals Sammlung Paul Kaufmann, Berlin. Die dargestellte Nonne zeigt mit großer Sicherheit Anna, die zweite Schwester des Künstlers, welche dem Orden der Borromäerinnen angehörte und 1865 in Boppard starb. Niederée hat nur wenige Arbeiten bezeichnet, meist solche, mit denen er inhaltlich besonders verbunden war, z.B. den Bildnissen seiner Eltern und seines Großvaters und auch vorliegendes Werk. Kaufmann schreibt in seinem Werkverzeichnis über das vorliegende Gemälde, das als glückliche Wiederentdeckung gelten darf: ”Die Bitte seiner Verwandten um ein Bild des Grabes ihrer Eltern auf dem Linzer Friedhof gab Niederée 1851 zu seiner Komposition der Nonne auf dem Friedhof willkommenen Anlaß. Kirchhofsdarstellungen, meist mit Mondscheinbeleuchtung oder im Schnee, waren als Symbole der Vergänglichkeit alles Irdischen oder der Vergeltung im Jenseits in Düsseldorf beliebt. Das an sich verachtete Genre wurde durch Verkörperung sittlicher Ideen zur Höhe ''echter'' Kunst erhoben. Im Mittelpunkt des Bildes sieht man den Grabstein, vor dem die junge Verwandte in andächtigem Gebet kniet. Wieder in Profilansicht. Rechts im Gesträuch ein halbversunkenes Steinkreuz. Links das Linzer Tal. Zwischen den Bäumen wird der Turm eines Stadttores sichtbar. Dahinter den Horizont abschließend Berghügel. Es ist die Zeit der untergehenden Sonne, wie das Schattenbild der Nonne auf dem Sockel des Grabsteins anzeigt. Die Bäume erscheinen in Ast- und Laubbildung etwas charakterlos. Die Architekturen sind noch unsicher in den Raum gestellt. Daß der Grabstein so klar hervortritt, war durch die Bestimmung des Bildes veranlaßt. Die Komposition erfreut aber in anderer Hinsicht. Sie beweist den entwickelten malerischen Stil Niederees. Der Künstler sucht überall reizvolle Lichtkontraste. Der Hintergrund ist luftig und verschwimmend, die Hände erscheinen als helle Flächen. Es herrschen die in jener Zeit beliebten olivgrünlichen und bräunlichen Farben vor. Alles ist in die weiche Stimmung eines lauen Sommerabends getaucht.”. (zitiert nach Paul Kaufmann: Johann Martin Niederee: ein rheinisches Künstlerbild. Strassburg 1908. S. 86). Bildträger mit Riss (ca. 7 cm) Mi.re., retuschiert und verso mit einem Leinwand-Streifen hinterlegt. In diesem Bereich leicht aufstehende Schollen. Firnis gegilbt und mit Schmutzablagerungen. Drei Linien in Blei o.li. Kleine Fehlstellen der Malschicht an den Rändern. Maße: 36 x 31,5 cm. Johann Martin Niederée 1830 Linz am Rhein – 1853 Berlin 1841–45 Gymnasium seiner Heimatstadt. 1848 Übersiedelung nach Düsseldorf, Tätigkeit als angestellter Lithograf und Holzschneider. Ab 1849 Student der Düsseldorfer Kunstakademie bei Wintergerst, Mosler und Sohn. 1852 Erkrankung und Verlobung. 1853 infolge einer Verletzung beim Militärdienst in Potsdam verstorben.