Bidspirit auction | ALFRED KUBIN* (Leitmeritz 1877 -


ALFRED KUBIN* (Leitmeritz 1877 - 1959 Wernstein am Inn) - ALFRED KUBIN* (Leitmeritz 1877 - 1959 Wernstein am Inn). ALFRED KUBIN* (Leitmeritz 1877 - 1959 Wernstein am Inn) Karneval Aquarell und Tusche/Papier, 24,5 x 31,5 cm signiert A Kubin Provenienz: Privatbesitz Wien SCHÄTZPREIS °€ 7.000 - 10.000 STARTPREIS € °€ 7.000 Zu dem abgebildeten Werk „Karneval“ von Alfred Kubin: Dankenswerterweise hat uns Ferdinand Altnöder darauf aufmerksam gemacht, dass Alfred Kubins aquarellierte Tuschzeichnung dem „Rauhnacht“-Zyklus entstammt. Laut Altnöder handelt es sich bei diesem singulären Blatt um die bedeutendste Arbeit aus dieser Werkgruppe. Nach Fieberträumen hatte sich Kubin schon 1924 mit dem Thema “Rauhnacht” befasst und ein fünf Meter langes Leporello gezeichnet. Ein Jahr später erschien das gleichnamige Mappenwerk, bestehend aus besagten 13 Grafiken. 1931 fertigte Kubin 30 Bleistiftentwürfe zur Ausstattung von Richard Billingers Drama “Rauhnacht”. Das Stück wurde am 10. Oktober 1931 in den Münchner Kammerspielen unter der Regie von Otto Falckenberg uraufgeführt. Das Bühnenbild wurde von Kubin entworfen. Die Aufführung mit Käthe Gold, Ewald Balser und Will Dohm wurde Billingers erster großer Erfolg, der sich dann am Thalia Theater in Hamburg bis zum Burgtheater in Wien und vielen anderen Bühnen wiederholte. Für sein Stück erhielt Billinger zusammen mit Else Laske-Schüler den Kleistpreis; Billinger wurde einer der meistaufgeführten Autoren im deutschsprachigen Raum. Die Rauhnächte sind im europäischen Volksglauben die zwölf Nächte von Heiligabend bis Dreikönig, in denen Geisterheere über die Erde ziehen (siehe auch Shakespeares Komödie „Twelfth Night“). Die Mischung heidnischer und christlicher Bräuche in diesen Nächten führt oft zu wildem Treiben. Biografie:  1898 ging Kubin nach München, studierte an der Akademie bei Nikolaus Gysis und bildete sich autodidaktisch weiter. Entscheidendwar die Begegnung mit den Werken von Ensor, Klinger, Munch und Redon. 1902 hatte Kubin seine erste Ausstellung in Berlin. Mit dem Dichter Max Dauthendey und dem Sammler und Verleger Hans von Weber stellten sich bedeutende Förderer ein. Die Herausgabe der Weber-Mappe 1903 brachte den Durchbruch. 1904 war Kubin in der Secessions-Ausstellung vertreten. Er lernte Fritz von Herzmanovsky kennen, mit dem ihn eine lebenslange Freundschaft verband, und knüpfte Kontakte zu bedeutenden expressionistischen Künstlern. Das verbotene Skandalstück des Psychiaters und Schriftstellers Oskar Panizza verlockte Kubin 1910 zur Illustration von ”Das Liebeskonzil”, einem Privatdruck der „Gesellschaft der Münchner Bibliophilen“. 1912 begann er für den neu gegründeten „Simplicissimus“ zu arbeiten. Während des Ersten Weltkrieges beschäftigte sich Kubin mit Psychoanalyse und Philosophie. 1921 hatte er seine erste Retrospektive. Er stellte Lithografien her und war auch literarisch tätig. Arbeiten in Zeitschriften und Illustrationen für Literaten folgten. 1909 gründete er zusammen mit u. a. Wassily Kandinsky, Alexej von Jawlensky, Adolf Erbslöh, Gabriele Münter, Marianne von Werefkin und Karl Hofer die Neue Künstlervereinigung München (N.K.V.M.). Aus der N.K.V.M. ging 1911 die Redaktion des Blauen Reiters hervor, an deren zweiter Ausstellung, die nur grafische Arbeiten umfassten, Kubin sich 1912 beteiligte. Er illustrierte etwa 60 Bücher, darunter Werke von Dostojewski, Oskar Panizza, Edgar Allan Poe und Elias Canetti Kubin korrespondierte mit Karl Rössing, Hermann Hesse, Hans Fronius und Otto Coester. In den 1920er Jahren verkehrte er anlässlich literarischer Abende bei dem mit ihm befreundeten Unternehmer, Kunstsammler und Bauhaus-Förderer Otto Bamberger, der auch grafische Werke Kubins erwarb. Seit 1930 war Kubin Mitglied der Preußischen Akademie der Künste in Berlin. 1949 wurde er Mitglied der Bayerischen Akademie der Schönen Künste. Kubin war zudem Mitglied der Prager Secession. 1931 verfertigte Kubin das Bühnenbild zu Richard Billingers Drama Rauhnacht bei seiner Uraufführung 1931 an den Münchner Kammerspielen unter der Regie von Otto Falckenberg. In der Zeit des Nationalsozialismus wurden 63 seiner Werke als „Entartete Kunst“ diffamiert und konfisziert. Die Gestaltung seiner Grabstelle stammt von dem Bildhauer Karl Prantl. 1955 vermachte Kubin testamentarisch seinen Nachlass der Republik Österreich. Dieser wurde nach seinem Tod zwischen der Albertina und dem Oberösterreichischen Landesmuseum aufgeteilt. Alfred Kubin war ein Cousin des Kunsthistorikers Otto Kletzl. Bitte beachten: Der Kaufpreis besteht aus Meistbot zuzüglich des Aufgeldes, der Umsatzsteuer sowie gegebenenfalls der Folgerechtsabgabe. Bei Normalbesteuerung (mit ° gekennzeichnet) kommt auf das Meistbot ein Aufgeld in der Höhe von 24% hinzu. Auf die Summe von Meistbot und Aufgeld kommt die gesetzliche Umsatzsteuer von 13%, bei Fotografien 20% hinzu. Bei Differenzbesteuerung beträgt das Aufgeld 28%. Die Umsatzsteuer ist bei der Differenzbesteuerung inkludiert.